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R4-Rallye für den guten...

Paris-Marrakesch

23.08.2011 | 17:30 Uhr
Paris-Marrakesch
Grün ist die Hoffnung: Noch dauert’s bis zum Februar, dann aber macht sich der Hertener Dominic Glinka mit seinem Renault 4 auf ins Wüstenabenteuer. Paris-Marrakesch, 3500 Kilometer ohne Klimaanlage, aber prall gefüllt mit Staub und Hitze. Foto: Julia Philipp

Herten.3500 Kilometer. 34 PS. Zehn Tage. 50 Kilo Schulmaterial. 10 Kilo Lebensmittel – und dazu noch ein Hertener. Dominic Glinka wird das Abenteuer wagen. Von Paris nach Marrakesch, und das alles für den guten Zweck.

Sein giftgrüner R4 GTL ist nicht zu übersehen. Rallyetauglich ausgebaut, mit gerade mal 600 Kilogramm Leergewicht, zwei Sitzen, roter Hupe und den Rallye-Scheinwerfern auf dem Dach ist der Wagen bereits startklar für die Fahrt von Frankreich nach Marokko – obwohl es erst im Februar losgeht.

Seit zwei Monaten planen Glinka und seine Team-Kollegen die Tour. Acht junge Leute, allesamt Studenten der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Wie der 24-jährige Hertener, der dort im Studiengang Design- und Projektmanagement immatrikuliert ist. Sie nehmen mit vier Autos an der 4L Trophy teil, eine Rallye von und für Studenten.

In Frankreich wurde die Idee 1998 geboren, dort ist die Tour fast so bekannt wie das große Vorbild, die legendäre Paris-Dakar. Die Soester Studenten dagegen sind das einzige deutsche Team. Glinka: „Es ist ein Abenteuer und gleichzeitig dient es dem guten Zweck, weil wir Kindern in Marokko damit etwas Schulbildung ermöglichen.“ Denn zu den Bedingungen gehört auch, dass jedes Auto mindestens 50 Kilo Schulmaterial und zehn Kilo Lebensmittel für marokkanische Kinder mitnimmt. Das alles muss in den Kofferraum, dazu ein Ersatzreifen, ein Kanister, ein Feuerlöscher, Ersatzteile, und natürlich Zelte, Verpflegung und Kleidung für die beiden Fahrer. Denn sie sind zehn Tage unterwegs – ein Weg.

Als Dominic Glinka das erste Mal über die Fachschaft von dem Projekt hörte, war er sofort interessiert. Bereits zum dritten Mal in Folge nimmt ein Soester Team teil. Der Wagen, den er und ein Kommilitone fahren, hat die Strecke bereits einmal hinter sich gebracht. Unter der Motorhaube noch immer roter Wüstensand.

Mindestens drei Etappen führen die jungen Leute aus ganz Europa durch die Sahara. Dort übernachten sie dann immer in einem großen Biwak-Zeltlagern. Gut geschützt von Sicherheitsleuten, denn ungefährlich ist es für die Fahrer der auffälligen Autos nicht immer.

„Das Ganze ist aber professionell organisiert, wir werden auch immer von Mechaniker- und Medical-Teams und Hubschraubern begleitet.“ Sorgen macht sich der Student kaum, auch vor Unfällen, dem „worst case“, hat er wenig Angst.

Auch wenn die marokkanischen Berge nicht ohne seien. „Bisher sind immer alle Autos irgendwie angekommen.“ Schon heute freut sich Glinka, dass es am 16. Februar losgeht. Bis dahin müssen noch zwei Autos des deutschen Teams auf Vordermann gebracht werden, und das alles neben Studium und Prüfungsstress.

Über 300 Arbeitsstunden pro R4 investieren die Studenten. Um dann in einem Auto von 1986 satte 3500 Kilometer abzureißen – ohne Servolenkung, Bremskraftverstärker oder Klimaanlage und mit gerade mal 34 PS. Warum? „Wegen des interkulturellen Austauschs, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern, weil’s Spaß macht und für einen wirklich guten Zweck ist“, sagt Glinka und drückt noch einmal auf die Hupe, die Besonderheit seines Autos. Jeder Wagen hat einen Gimmick zu bieten. Bei Glinkas sind’s die Hupen und das, was sie ausspucken: „La Cucaracha“.

Julia Philipp

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