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Le Parkour in Herten

Pablo Giese: Der Weg ist das Ziel

17.10.2012 | 06:00 Uhr
Pablo Giese: Der Weg ist das Ziel
Nicht wirklich zur Nachahmung empfohlen: Für ein uriges Foto-Shooting zeigte Pablo Giese, wie man das Treppenhaus im Rathaus eventuell auch mal nutzen kann. Ob der Bürgermeister morgen ebenfalls so zur Arbeit kommt?Foto: Stadt Herten

Herten. Sport ist Mord. Ob der englische Premier Winston Churchill diesen Satz einst wirklich mal so gesagt hat, ist zumindest umstritten. Und dass er stimmt, ebenso. Denn Sport ist im Grundsatz erst einmal gesund – wenn man denn weiß, was man tut. Menschen wie Pablo Giese, die haben Ahnung von dem, was sie machen. Müssen sie auch, denn bei Le Parkour, dieser aus dem Französischen herübergeschwappten und hier und da auch waghalsigen Sportart, kann man schon übel auf die Schnauze fallen. Wie man’s besser und auch richtig macht, verraten drei Workshops demnächst in Herten.

Pablo Giese. Bei diesem Namen dürfte es hier und da in der Stadt klingeln, denn die ersten 20 Jahre seines Lebens verbrachte der heute 31-Jährige in Herten. Seine Mutter Amalia arbeitete eine Zeit bei der Stadt, Pablo selbst machte am Gymnasium sein Abitur, bevor es ihn über Herne-Sodingen schließlich nach Witten spülte „Im Grunde aber bin ich Erz-Hertener“, freut sich der Mann schon darauf, bald mal wieder in der Gegend aufzuschlagen. Im übertragenen Sinn.

Längst ist Pablo Giese als selbstständiger „Sportpädagoge“ unterwegs, denn nachdem er lange Jahre Jugendarbeit gemacht hatte, kam irgendwann die Idee mit der eigenen Firma. Giese gründete den Verein „Parkour im Pott“, betreibt seitdem aktive Aufklärungsarbeit und bietet auch Workshops an.

Profi, kein Hasardeur

„Herten war vor Jahren die erste Stadt, die mich gebucht und meine Kurse angeboten hat.“ Nun hat ihn Sabine Weißenberg vom Kulturamt wieder angefragt, auch weil der „Kulturrucksack“ das zulässt.

Pablo Giese lehrt Le Parkour, ist selbst ein Traceur, also einer, „der den Weg ebnet“. Der Mann ist Profi und fit wie ein Turnschuh. Ein Hasardeur aber ist er nicht. Natürlich gibt’s in Parkour-Kreisen welche, die ohne technische Hilfsmittel von Häusern oder über Autos springen, ausgefallene Hindernisse bezwingen, wie Spiderman Wände hochlaufen oder katzengleich durch Industriebrachen hecheln.

Faxen, die sicher auch der Hertener drauf hat. Darum aber geht es ihm letztlich nicht, zumindest nicht in seinen Workshops. „80 Prozent meiner Arbeit mache ich in Sporthallen“, sagt er. „Ich möchte jungen Leuten helfen, in allen Lebenslagen mehr Selbstvertrauen und Sicherheit zu tanken.“

So respektvoll Giese mit seiner Umwelt umgeht, so behutsam behandelt er auch seine Schüler. Gut, wenn einer eine Sportskanone ist. Und wenn nicht? Auch gut. „Denn jeder soll das lernen, was er lernen kann.“ Wie hieß es in einer Werbung? „Wir machen den Weg frei“. Hätte von Giese sein können.

Workshop-Termine: 27. Oktober (15-18 Uhr, Grundschule Wilhelmsplatz), 3. November und 15. Dezember (15-18 Uhr, Sporthalle Willy-Brandt-Realschule). Anmeldung: Interessenten (10-14 Jahre) können sich bei Sabine Weißenberg melden (02366 303-541; s.weissenberg@herten.de). Kosten: 5 Euro pro Workshoptag.

Norbert Ahmann

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