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Opfer bittet um milde Strafe

21.11.2008 | 17:02 Uhr

Recklinghausen. Man möge den Täter doch schonen, sagte der Mann, der niedergestochen wurde. Prozess vor dem Landgericht Bochum

"Er hat einen Fehler gemacht – und fertig. Was soll's!" Mit diesen lockeren Worten hat am Freitag am Bochumer Schwurgericht ein Betonbauer (49) aus Recklinghausen, der mit zwei Messerstichen in den Rücken und einem in die Leber lebensgefährlich verletzt worden war, dem Angeklagten (24) verziehen. Das Gericht solle ihm eine milde Strafe geben.

Wie berichtet, soll der 24-jährige Recklinghäuser den arbeitslosen Mann am 1. August gegen 23.30 Uhr auf der Merveldtstraße in Recklinghausen angegriffen haben. Dieser ist der frühere Freund der Mutter (45) des 24-Jährigen. Jahrelang soll der vorbestrafte und alkoholkranke Mann die Frau und deren zwei Söhne mit Gewalttätigkeiten terrorisiert haben. "Sie hat einen Dickschädel – und ich habe viel getrunken", nannte er als Grund.

Am Tatabend soll er – mit über drei Promille – erneut gegen die Wohnungstür der Familie gehämmert haben. Als er nicht hereingelassen worden und wieder weggegangen sei, soll der 24-Jährige, der zurzeit in U-Haft sitzt, mit einem Schälmesser hinter ihm hergelaufen sein und zugestochen haben. "Es tut mir Leid", sagte er gestern. Angeklagt ist versuchter Totschlag. Der Prozess geht weiter.

Bernd Kiesewetter

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