Neuer Chefarzt am Knappschaftskrankenhaus
12.11.2009 | 17:51 Uhr 2009-11-12T17:51:00+0100
Vest. In große Fußstapfen tritt Prof. Dr. Rolf-Markus Szeimies (45), der neue Chefarzt der Klinik für Dermatologie am Knappschaftskrankenhaus
Er tritt in große Fußstapfen, doch das versteht Prof. Dr. Rolf-Markus Szeimies (45) keineswegs als Belastung, sondern vielmehr als Ansporn. Das Angebot der dermatologischen Klinik des Knappschaftskrankenhauses, die seine Vorgängerin, Prof. Dr. Maria Zabel, „zu hohem Niveau” geführt habe, wie Szeimies lobend sagt, will der neue Chefarzt dieser Abteilung „erst einmal halten und dann weiter ausbauen”.
Neuer Chefarzt beim WAZ-Medizinforum
Prof. Dr. Rolf-Markus Szeimies soll im Januar 2010 einer breiteren Öffentlichkeit offiziell vorgestellt werden. Doch hat der 45-Jährige, der seit 1. November die Klinik für Haut-, Venen-, Allergie- und Umwelterkrankungen am Knappschaftskrankenhaus leitet, bereits am 1. Dezember einen öffentlichen Auftritt. Dann referiert er ab 18.30 Uhr zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen beim WAZ-Medizinforum in der Klinik (Dorstener Str. 151) zum Thema „Juckreiz und Eckzeme – Wenn die Haut verrückt spielt”.
Selbstbewusstsein klingt aus diesen Worten. Selbstbewusstsein, das der gebürtige Münchener, der seine Tätigkeit in Recklinghausen am 1. November aufgenommen hat, indes auch haben darf angesichts seiner Vita: Nach seiner Promotion im Bereich experimentieller Chirurgie arbeitete Szeimies von 1992 an fast zwei Jahrzehnte am damals neu gegründeten Uni-Klinikum in Regensburg, war dort zuletzt geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Dermatologie. Während seiner Regensburger Jahre habilitierte er 1997 zudem auf dem damals neuen Gebiet der Photodynamischen Therapie, der Krebstherapie mit Farbstoffen und Licht (heute ist diese Behandlungsstandard bei Patienten mit weißem Hautkrebs).
Apropos: Licht. Wenn er überhaupt sagen sollte, wo er „in einem kleinen Haus wie der Dermatologie, in der jeder alles können muss”, seine Schwerpunkte habe, dann seien es innovative Technologien mit Licht (Laser, LED, etc.), so Szeimies. Folgerichtig will der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Photobiologie ebendiese an seiner neuen Wirkungsstätte auch noch stärker nutzen, um insbesondere weißen Hautkrebs zu behandeln. Und sonst? Liege ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Versorgung von Patienten mit Allergien.
Es sei „schon eine Herausforderung”, eine eigene Klinik zu leiten, sagt Szeimies. Erst recht diese noch bis Ende 2008 von Prof. Zabel geführte Abteilung des Knappschaftskrankenhauses. Doch: „Gerade eine derart gut geführte Abteilung weiterzuentwickeln: Das hat mich gereizt.”
Dazu das Ruhrgebiet: Er verbringe seine Freizeit gern „in der Natur”, gesteht Szeimies, und da habe seine neue Heimat viel zu bieten. Noch hat der 45-Jährige, der Radtouren und Spaziergänge mit Beagle Sammy zu seinen Hobbys zählt, zwar nicht viel mehr als das Knappschaftskrankenhaus gesehen von Recklinghausen und Umgebung. Doch das soll sich bald ändern. Und auch das Pflegewohnheim, in dem Szeimies fürs Erste Quartier bezogen hat, soll kein Dauerdomizil werden. Bis zum Sommer soll auch Ehefrau Almuth Lissner (ebenfalls Dermatologin) nach Recklinghausen kommen (noch lebt sie mit den 19 und 17 Jahre alten Kindern in Regensburg). Denn, so Szeimies: „Die Arbeit hier ist auf lange Sicht angelegt.”
Davon ist auch Jürgen Hellermann überzeugt. Man habe sich „sehr lange Zeit” gelassen, um einen geeigneten Nachfolger für Prof. Maria Zabel zu finden, sagt der Verwaltungsdirektor des Klinikums Vest. Gerade auch, weil man „sehr hohe Ansprüche an den Nachfolger der renommierten Hautärztin stelle. Nicht zuletzt deshalb auch hätten er, der Ärztliche und der Pflegedirektor des Hauses Rolf-Markus Szeimies auch gemeinsam in Regensburg besucht, um sich einen Eindruck zu verschaffen von dessen Arbeit und Sozialkompetenz.
Die großen Fußstapfen, in die Rolf-Markus Szeimies am Knappschaftskrankenhaus tritt, davon ist Hellermann überzeugt, wird der Bayer ausfüllen. Und das nicht nur, weil der Zwei-Meter-Mann Schuhgröße 48 hat . . .
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