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Nazis unerwünscht

27.11.2009 | 21:51 Uhr
Nazis unerwünscht

Recklinghausen. Mit einer Kundgebung der „Antifa” begannen am Freitagabend die Aktionen gegen die für den heutigen Samstag angemeldete Kundgebung von Neonazis in Recklinghausen. Etwa 200 Teilnehmer hatten sich gegen 18 Uhr an der Wickingstraße versammelt.

Von dort aus bewegte sich der Aufzug ab 19 Uhr über die Wälle zunächst in die Schaumburgstraße, auf der eine Zwischenkundgebung stattfand. Anschließend ging es weiter bis zur Wickingstraße (Endpunkt). Während des Aufzuges kam es lediglich zu kurzfristigen Straßensperrungen, die aber nur zu geringen Beeinträchtigungen der Verkehrsteilnehmer führten.

Starke Kräfte der Polizei im Einsatz

Demos und die Folgen
Vestische verlegt Busbahnhof

In der Innenstadt von Recklinghausen sind wegen der heutigen Demonstrationen Verkehrsbehinderungen zu erwarten. Die Vestische verlegt deshalb ihren Busbahnhof zum Wickingplatz. Von 9-19 Uhr starten alle Linien dort.

Das Jugendcafé Areopag bleibt heute geschlossen, damit die Gäste an der Mahnwache teilnehmen können.

Am heutigen Samstag gelten die Stunden von 10 bis 14 Uhr als Kernzeit für verschiedene Kundgebungen. Für die Polizei stellt sich dadurch eine vielschichtige Aufgabe: Sie muss dafür sorgen, dass die Gruppe der Neonazis ihren Auftritt nach den Regeln des Demonstrationsrechtes veranstaltet, ohne dass es jedoch zu Ausschreitungen oder Zusammenstößen mit Gegendemonstranten kommt.

Zug geht durch Ost/Hillen

Einzelheiten wurden im Vorfeld zwar nicht bekanntgegeben, es zeichnet sich aber ab, dass die Rechten bei ihrem Zug durch die Straßen im Bereich Ost/Hillen von starken Polizeikräften begleitet werden.

Die Linke und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes haben sich nicht in die zentrale Gegendemonstration eingereiht, sondern planen eine eigene Gegendemonstration, die voraussichtlich gegen 10 Uhr auf Teilen des Wallrings stattfinden wird.

Mahnwache am Lohtor-Ehrenmal

Von 10 bis 14 Uhr wollen Vertreter von Schulen und Kirchen, Parteien und Verwaltung, Rat und Kinder- und Jugendparlament, Firmen und Gewerkschaften eine Mahnwache vor dem Ehrenmal am Lohtor halten.

Sie stehen gemeinsam für das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, das nach den Worten von Bürgermeister Wolfgang Pantförder (CDU) im Namen der Stadtgesellschaft deutlich machen will, dass Nazis in Recklinghausen unerwünscht sind.

Kulturprogramm mit Musik und Gedichten

Unter dem Motto "Weder Arbeit, Brot noch Freiheit -modernen Nationalsozialismus bekämpfen!" demonstrierten linke Gruppen am Freitagabend gegen eine für den folgenden Tag geplante Demonstration von Neonazis. Foto: Rainer Raffalski

Am Lohtor beginnt gegen 11 Uhr ein etwa zweistündiges Kulturprogramm mit Musik und Gedichtvorträgen. Vorgesehen sind mehrere Redebeiträge, unter anderem vom katholischen Propst Jürgen Quante, vom Vorsitzenden der christlich-jüdischen Gesellschaft, Dr. Jürgen Schwark, sowie von Harold Lewin, Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen und KZ-Überlebender.

RegioDesk

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