Nazi-Kundgebung: Polizei nimmt 25 Gegendemonstranten fest
07.02.2010 | 10:43 Uhr 2010-02-07T10:43:00+0100
Marl. 25 Personen, die dem linksorientierten Spektrum zugeordnet werden, wurden am Samstag in Marl festgenommen. Vorausgegangen war eine genehmigte Demonstration Neonazis, die unverblümt die Todesstrafe für Sexualstraftäter, die sich an Kindern vergangen haben, forderten.
Etwa 170 Teilnehmer trafen sich zur Kundgebung am Busbahnhof. Danach marschierte die Neonazis durch die Stadt. Begleitet wurden sie von den linksgerichteten Gegendemonstranten und anderen Bürgern.
Gegen 13 Uhr kam es dann an der Rappaportstraße den Auseinandersetzungen zwischen den beiden verfeindeten Gruppen. Linksautonome zündeten nach Angaben der Polizei dabei Feuerwerkskörper ab. Die Polizeibeamten, die mit einem großen Aufgebot die Demonstration begeleitete, griff sofort ein. 25 wurden festgenommen. Gegen sie wird ein Verfahren wegen schweren Landfriedensbruches eingeleitet. Sieben wurden mit Platzverweisen belegt. Einer wurde mit einer Anzeige wegen Beleidigung belegt. Gegen 15 Uhr endete die Demonstration. Die Rechtsradikalen wurden von der Polizei aber weiter begleitet, bis sie in per Bus und Bahn abfuhren. Ein weitere Gegendemonstration mit etwa 50 Teilnehmern verlief friedlich.
Auslöser für die Kundgebungen, war der kurzzeitige Aufenthalt des Sexualstraftäters Hans H., der durch eine Panne bei den Justizbehörden, im Anschluss an seine Haft nicht in Sicherheitsverwahrung genommen werden konnte. H. hatte eine Unterkunft in Marl von des Stadt zugewiesen bekommen. Die Stadt kannte aber den Hintergrund des 62-Jährigen zunächst nicht. Der 62-Jährige befindet sich mittlerweile nicht mehr in Marl. Es kann offenbar auch ausgeschlossen werden, dass er nach Marl oder in den Kreis zurückkehren wird. Für ihn wird derzeit ein Therapieplatz gesucht. Er hatte sich freiwillig dazu entschlossen.
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