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Vestische Literatureule

Natascha Eschweiler gewinnt Literaturpreis

08.11.2010 | 16:56 Uhr
Natascha Eschweiler gewinnt Literaturpreis
Die Gewinnerin der Vestischen Literatur eule wurde in diesem Jahr Natascha Eschweiler. Sie ist 16 Jahre alt lebt in Herten und besucht das Recklinghäuser Hittorf Gymnasium. Foto: Reiner Kruse

Herten/Recklinghausen.„Papierflieger“ hat die Schülerin ihre Geschichte getitelt. Darin geht es um verlorene Jugendliche, Träume und Freundschaft. Für ihr Werk wurde sie mit der Vestischen Literatureule ausgezeichnet.

Die Schülerin – eine Premiere und im Grunde eine kleine Sensation bei der Recklinghäuser Autorennacht – hat sowohl Jury als auch Publikum begeistert.
Nicht nur, dass ihr der Literaturpreis verliehen wurde, die Hertenerin ist mit ihren 16 Jahren die jüngste Preisträgerin in der 23-jährigen Geschichte des Forums.

„Es gibt eine Fülle schöner poetischer Einfälle in der gesamten Geschichte und in den Details, bei dem der Leser immer wieder den Eindruck hat – wie bei einem sogenannten Trugschluss in der Barockmusik – dass sie zu einem Ende gekommen ist“, hieß es in der Laudatio der Preisrichter. „Und in dieser Geschichte wird gezeigt, wie viele unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche in diesen Jugendlichen schlummern, welche ehrgeizigen Zukunftsprojekte.“

Voll besetzt war die Recklinghäuser Altstadtschmiede, und wie immer kam die Neue Literarische Gesellschaft (NLG) nicht hin mit ihrem dreistündigen Zeitplan. Für entspannende und notwendige Pausen sorgte Michael Mikolaschek am Klavier.

Aus 24 Bewerbertexten hatte die Jury (Vorjahressieger Mirko Kussin, Stephan Schröder und Marlies Schröder) zehn Autoren und Autorinnen ausgewählt, die sich dem Forum stellen durften. Eine gute Mischung aus bekannten und bewährten Autoren – Edith Linvers, Ulrich Dittmar, Hubert Lohrmann und Klaus Schmeing – und den Newcomern, die sich als so erfreulich unterschiedlich und dabei selbstbewusst präsentierten: Natascha Eschweiler, Katja Klein (ein Künstlername), Harry Richter, Volker Köhn, Jutta Koppmann und Rainer Wüst. Sie schreiben über Sex und Beziehungskrisen, stehen auf schwarzen Humor oder berührende Momente, verpacken Gesellschaftskritik und Utopien in Aphorismen, Gedichte, Kurzgeschichten.

Die NLG vergibt seit 2001 die „Vestische Literatureule“. Den Sieger oder die Siegerin bestimmt jeweils die Jury. Der Preis ist kein knisternder Umschlag mit Geld, sondern eine künstlerisch gestaltete Arbeit, die sich die geehrten Autoren mit nach Hause nehmen können. Für die „Eule 2010“ hat sich Andrea Fortmann aus Borken zu einem Bild inspirieren lassen, über das sich Natascha Eschweiler voller Stolz freute.

Und bereits vorher gab es für die 16-Jährige Hertenerin, die aktuell die Jahrgangsstufe 11 am Hittorf-Gymnasium in Recklinghausen besucht und erst von ihrer Mutter zur Teilnahme an der Autorennacht überredet worden war, Anlass zum Jubeln: Das Publikum stimmt auch ab, wen es für die Beste beziehungsweise den Besten hält. Die Publikumssiegerin heißt ebenfalls Natascha Eschweiler.

Die Juroren und auch NLG-Vorsitzender Werner Fondermann unterstrichen, wie auffallend gut die Qualität der Beträge ist.

Thema freigestellt

In diesem Jahr war das Thema freigestellt. Alle zwei Jahre aber gibt die Neue Literarische Gesellschaft ein Thema vor. 2011 wäre es also wieder soweit.

Guten Zuspruch erfährt auch die Autorennacht für jüngere „Federn“ aus dem Vest: Am 3. Dezember, ein Freitag, findet die U 25-Autorennacht statt.

Kerstin Halstenbach

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