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Mit Filmen sehen lernen

05.01.2011 | 16:41 Uhr
Mit Filmen sehen lernen

Marl.Dass Marl kein eigenes Kino hat, ist eine Sache. Die andere ist die, dass in der Stadt das Thema Film überall präsent ist.

Das unterstreichen u. a. der Grimme-Preis, das Schülerfilmfestival, der in der „insel“ beheimatete Fernsehkanal. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass mit Sönke Wortmann, Heinrich Breloer (Die Manns) und Bernhard Sinkel (Hemingway-Verfilmungen) drei große Regisseure aus der Stadt kommen. Nicht zu vergessen die verschiedenen schulischen Filmaktivitäten, wie sie beispielsweise am Hans-Böckler-Berufskolleg gepflegt werden.

Und dort hat die Jahrgangsstufe 11 des beruflichen Gymnasiums Kunst/Englisch als Schülerfirma - wie auch in den letzten zwei Jahren - ihre Kinoveranstaltungen im Filmsaal der „insel“ organisiert (24. bis 28. Januar). Und zwar im Rahmen der SchulKinoWochen NRW, die auch im Recklinghäuser Cineworld laufen. Bei der Auswahl der Filme haben die Schüler zum einen darauf geachtet, alle Altersgruppen zu berücksichtigen und damit auch jeweils den Lehrplanbezug. Gezeigt werden: „Die Fälscher“, „Precious“, „Slumdog Millionär“, „Leroy“ und „Wo die wilden Kerle wohnen“.

Bereits vor einigen Wochen hatten die Schüler den Lehrern die Filme mit jeweils „spielerischer Einführung“ vorgestellt und dabei engagiert ihre Auswahl vertreten. In diesem Zusammenhang referierte Ines Müller, Lehrerin am Hans-Böckler-Berufskolleg und Referentin von Film und Schule NRW, über Methoden zur Vor- und Nachbereitung der Filme im Unterricht.

Eingeladen zu diesen SchulKinoWochen NRW (20. Januar bis 9. Februar) sind Schüler aller Schulformen und Altersstufen, die in rund 100 Kinos in ganz NRW „ihre Medienkompetenz stärken können“. Im letzten Jahr verzeichnete man mit über 73 000 Anmeldungen einen neuen Rekord.

Unter dem Motto „Mit Filmen sehen lernen“ steht in diesem Jahr landesweit ein Filmprogramm mit rund 150 Titeln zur Verfügung, das eine große Bandbreite der Unterrichtsinhalte aufgreift und auch zur Vermittlung eines filmanalytischen Basiswissens geeignet ist. Die aktuellen Spiel- und Dokumentarfilme, Animationen und beliebten Klassiker zu lehrplanrelevanten Themen wie dem Verständnis unterschiedlicher Kulturen, zur Drogen- und Gewaltproblematik, zur deutschen Geschichte ebenso wie Literaturverfilmungen lassen sich mit Hilfe des kostenlosen pädagogischen Begleitmaterials im Unterricht vor- und nachbereiten. Zahlreiche Filme werden auch in der Originalfassung angeboten.

Zu den Höhepunkten gehören die Filmgespräche mit prominenten Filmschaffenden im Anschluss an ausgewählte Vorführungen. Schulklassen können dabei aus erster Hand erfahren, wie die Arbeit an einem Filmset abläuft oder welche Voraussetzungen für eine entsprechende Berufswahl erforderlich sind. Beispielsweise brachte der Marler Regisseur und Drehbuchautor Heinrich Breloer Schulklassen seine Adaption der „Buddenbrooks“ näher.

Peter Kallwitz

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