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Zukunftswerkstatt

Mission Berufswahl

06.02.2012 | 06:00 Uhr
Mission Berufswahl
Gewusst, wie: Der chirurgisch-technische Assistent Felix Lukas (r.) demonstrierte eine Operation, was bei vielen Besuchern auf reges Interesse stieß. Foto: Rainer Raffalski

Herten. Von Jahr zu Jahr wird sie größer, und für die Organisatoren ist sie längst ein riesiger Erfolg: die Zukunftswerkstatt in der Rosa-Parks-Schule. Auch an diesem Samstag, bei der mittlerweile zwölften Auflage, trafen dort wieder Schüler auf Unternehmen und Behörden, konnten einander kennenlernen: Mission Berufswahl.

78 Aussteller waren dieses Mal vertreten, von Behörden wie der Polizei über die Stadtverwaltung bis hin zu großen und kleinen Unternehmen aus Handwerk und Dienstleistungssektor und (Fach-)Hochschulen. Eine große Bandbreite, die auf den ersten Blick aber eher verwirrt als hilft. Zumindest ging es den 15-jährigen Schülern Max Stotten und David Tekath so. Sie waren in Begleitung ihrer Eltern in der Schule. „Na ja, eigentlich gezwungenermaßen“, gaben die Jungs zu. Schließlich habe er an einem Samstag eigentlich anderes vor, sagte Max, „aber so schlimm ist es auch nicht“.

Nur richtig hilfreich sei der Besuch für ihn noch nicht gewesen, auch nach 45 Minuten vor Ort nicht. „Einfach mal schauen“, lautete deshalb sein Motto. Dass er in den „technischen Bereich“ will, das steht für den Neuntklässler schon fest. Derzeit macht er Praktikum in einem Unternehmen, das seinen Wünschen entspricht. Mechaniker, das sei für ihn vielleicht etwas.

Auch Freund David war noch unschlüssig. „Ich will was mit Technik oder Sport machen“, sagte er. Gut vorstellen könne er sich etwas im Bereich von Autos und Karosseriebau, da absolviere er gerade sein Praktikum – oder eben etwas anderes. Viel gebracht habe ihm die Berufsmesse bisher nicht, „aber mal gucken“.

Ganz anders geht es da den Mädchen. Annika Sasser und Nora Sermond sind mit ihren 14 Jahren erst in der achten Klasse, kamen aber ohne Eltern und ganz freiwillig zur Zukunftswerkstatt. „Einfach mal gucken“ wollten sie, und waren sich einig: Die Messe hilft, „man wird ein bisschen aufgeklärt über Berufe“, fasste es Nora zusammen. Sie möchte Kfz-Mechanikerin werden, Freundin Annika dagegen wusste noch nicht, in welche Richtung es später beruflich mal gehen sollte.

Viele der Aussteller lockten deshalb mit praktischen Übungen an ihre Stände. Ein Erste Hilfe-Puppe lag im Foyer, ein paar Meter weiter hämmerten die Schüler Nägel in Holz, und technische Experimente und Spiele gab es immer wieder. Ein besonderes Highlight aber war die OP-Puppe der „academia chirurgica“ aus Düsseldorf. Dr. Andreas Hasse und sein Kollege waren zum ersten Mal bei der Zukunftswerkstatt vertreten. Auf ihrem Tisch lag unter einer OP-Decke der Nachbau eines menschlichen Bauches, in dessen Innerem Gummibärchen steckten. Die Schüler konnten diese hervorholen, wenn sie mit zwei laparoskopischen Instrumenten „operierten“. Auf einem kleinen Laptop wurden die Bilder aus dem Inneren gezeigt, während die jungen Operateure mit den minimal-invasiven Instrumenten hantierten. „Das ist eine schöne Spielerei, dadurch kommen natürlich viele zu uns“, sagte Hasse.

Aber vielfach seien die Schüler auch ernsthaft interessiert, fragten nach den Grundlagen und benötigten Fähigkeiten, nach genauen Tätigkeiten und dem Ablauf der Ausbildung. Hasse zog schon mittags ein positives Fazit seines Besuchs: „Das Interesse ist größer als erwartet, ich bin sehr zufrieden.“

Julia Philipp

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2012-02-06 06:00
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