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Wenn Wunden nicht heilen...

17.02.2010 | 17:57 Uhr
Wenn Wunden nicht heilen...

Vest. Es war nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit: Am Tischbein, vielleicht auch an irgendeiner Tür oder der Bettkante, so genau weiß Irmgard Schrimpf (84) das selbst nicht, stieß sie sich das Schienbein. Etliche Wochen ist das mittlerweile her, doch an den Folgen leidet die Marlerin bis heute.

Denn durch die kleine Verletzung entzündete sich ihr rechter Unterschenkel, binnen weniger Tage hatte sie unter dem Knie eine gut handgroße offene, nässende Wunde. Ein so genanntes „offenes Bein”. . .

Eine Million Betroffene

Es ist dies eine Erkrankung, unter der nach Angaben der Deutschen Venen-Liga hierzulande etwa eine Million Menschen leiden, häufige Ursache sind jahrelange, unbehandelte Krampfaderleiden.

Info
Was tun bei Krampfadern?

WAZ-Medizinforum am Dienstag, 23. Februar.

Vest. Lassen sich Krampfadern verhindern? Mit Sport, spezieller Ernährung? Welche Verfahren gibt es zur Behandlung der erweiterten Venen und von offenen Beinen? Fragen über Fragen, und auf jede erhalten Sie, liebe Leserinnern und Leser, eine Antwort: beim nächsten Medizinforum von WAZ im Vest und Klinikum Vest. Statt findet die Veranstaltung über „Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Krampfadern und offenen Beinen” am Dienstag, 23. Februar, 18.30 Uhr, in der Kapelle der Paracelsus-Klinik Marl (Lipper Weg 11). Neben drei Vorträgen von ärztlichen Experten haben Sie wieder Gelegengeit, Fragen zu stellen. Zudem erwarten Sie ein Preisrätsel und ein kostenloser Imbiss.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung: 01802 40 40 72 (6 Cent/Anruf aus dem dt. Festnetz)

Auch Irmgard Schrimpf hat Krampfadern, „seit ich denken kann”. Aber Probleme? Nein, die hatte die Marlerin infolge ihrer knotig-erweiterten Venen bis dato noch nie! Weder, dass die bläulich schimmernden Adern unter ihrer dünnen Haut sie optisch störten, noch dass sie ihr gar Schmerzen bereiteten – wie es bei vielen anderen Betroffenen früher oder später durchaus der Fall ist.

Meistens sind Frauen betroffen

Denn Krampfadern, die laut Dr. Hans-Gerhard Schindler, dem Chefarzt der Gefäßchirurgie an der Marler Paracelsus-Klinik, in westlichen Industrieländern bei etwa 60 Prozent aller Frauen zu finden sind (und bei nahezu jedem zweiten Mann), können mit zunehmender Dauer gesundheitliche Folgeleiden verursachen: Diese reichen von Schwindel über Übelkeit und Kopfschmerzen bis zu nächtlichen Wadenkrämpfen, sagt Schindler. In seltenen Fällen führten sie sogar zum Kollaps.

Was sich dagegen tun lässt?

Nun: Vielen Betroffenen, so der Experte, helfe eine operative Behandlung; nach einem solchen Eingriff „verschwinden die meisten dieser Störungen und Symptome sofort”.

Irmgard Schrimpf sagt, ihre frühere Hausärztin habe ihr stets von einer Operation abgeraten – „solange ich keine Schmerzen habe”.

Offene Beine heilen schlecht

Und jetzt? Zwei Wochen hat sie aufgrund ihrer offenen Beine bereits im Krankenhaus verbracht, damit die zu Infektionen neigende Wunde sich nicht weiter vergrößert. Mittlerweile ist sie wieder zu Hause, die Wunde ist auch nach über einem Monat noch nicht zu, allerdings nur noch gut drei Zentimeter groß. Offene Beine heilen einfach schlecht.

Irmgard Schrimpf sagt: „Im Moment geht's!” Im Moment könne sie die 39 Stufen von der Haustür bis zu ihrer Wohnung bewältigen, auch der Einkauf um die Ecke sei, wenn auch mit Schmerzen, möglich. Aber: Sie muss weiterhin behandelt werden. Täglich wird ihre Wunde frisch verbunden, drei Mal die Woche schaut Hausärztin Aldona Balkenhoff vorbei, entfernt abgestorbenes Gewebe, und wickelt das Bein mit einem Kompressionsverband. Damit das Blut im Bein besser zirkuliert.

Wie es weitergeht? „Gewisse Verbesserungen”, sagt Dr. Schindler, „sind noch zu erreichen”. Eine „völlige Reparation” der Venen dagegen sei bei Frau Schrimpf „nicht mehr möglich”. Krampfaderleiden, so der Arzt, bedürften einfach rechtzeitiger Behandlung.

Sabine Kruse

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