Kampf dem Krebs
11.03.2009 | 20:01 Uhr 2009-03-11T20:01:00+0100Beim WAZ-Medizinforum über „Darmerkrankungen und ihre ehandlungsmöglichkeiten” in der Marler Paracelsus-Klinik erfuhren die Besucher viel Wissenswertes rund um unser Verdauungsorgan.
Nur, damit Sie wissen, was zu tun wäre: Täglich mindestens 30 Minuten bewegen sollten wir uns, uns ballast-stoffreich ernähren, viel frisches Obst essen und Gemüse. Rotes Fleisch indes sollten wir meiden, unseren Alkoholkonsum reduzieren, das Rauchen aufgeben und, ja!, regelmäßig zur Darmkrebs-Vorsorge gehen.
Es war dies eine der wesentlichen Botschaften des WAZ-Medizinforums am Dienstagabend in der Kapelle der Marler Paracelsus-Klinik zum Thema Darmerkrankungen: wie sich das Darmkrebsrisiko minimieren lässt. Oder wie die hierzulande zweithäufigste Tumorerkrankung für Betroffene wenigstens nicht tödlich endet. Vermittelt wurde diese Botschaft den gut 80 Besuchern von Prof. Dr. Ulrich Loos (57), Chefarzt der „Inneren” am Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen und seinem Kollegen, Privatdozent Dr. Markus Reiser (44) von der Paracelsus-Klinik.
Denn Darmkrebs (der erst in einem späteren Stadium Schmerzen verursacht) ist frühzeitig erkannt ja sehr gut heilbar, in über 90 Prozent aller Fälle. Umso schockierender sind angesichts dieser medizinischen Möglichkeiten die Fakten: „Über 71 000 Menschen in Deutschland”, zitierte Loos aus der Statistik, „erkranken jährlich an Darmkrebs. Fast 27 000 sterben daran.” Noch . . .
Nicht zuletzt, damit sich das so schnell als möglich ändert, warb Loos eindringlich für die Vorsorge-Darmspiegelung („die einzig sichere diagnostische Methode im Dickdarm”). Und versuchte, den Anwesenden Ängste vor dieser Untersuchung zu nehmen: „Ich selbst habe sie auch schon durchführen lassen. Mit der Spritze (gegen mögliche Schmerzen, Anm. d. Red.) fühlt man sich richtig high.”
Wann man unabhängig von der Vorsorge sofort einen Arzt aufsuchen sollte? Eine Blutung, eine kurzfristige Gewichtsabnahme oder auch Fieber, sagte Reiser, seien höchste Alarmzeichen, dass mit dem eigenen Darm etwas nicht in Ordnung sei.
Nicht unbedingt in einer Operation muss dies dann enden. Aber es kann. Wie eine solche OP vonstatten geht, ab wann bei einem Tumorbefund außerdem Chemo- und/oder Strahlentherapie erforderlich werden, ab wann an einem künstlichen Darmausgang kein Weg mehr vorbei führt: All' das erläuterte den Besuchern Prof. Dr. Martin Büsing (49), der Chirurgie-Chef am Knappschaftskrankenhaus.
Und sonst?
Erfuhren die Besucher in der von Thomas Schmitt, dem Leiter der WAZ-Redaktion „Unser Vest”, moderierten Fragerunde zum Beispiel, dass der Darm bei besonders empfindsamen Menschen durchaus auf Veränderungen des Wetters reagieren kann. Dass eine Engstelle im Darm als Ursache für Verstopfungen „eher unplausibel” ist (Reiser). Dass man vor einer Darmspiegelung ein blutverdünnendes Mittel wie ASS 100 weiter einnehmen kann, den Gerinnungshemmer Macromar dagegen (nach Absprache mit seinem Arzt) eine Zeitlang absetzen sollte. Und dass Menschen, die wegen ihrer Darmprobleme im Klinikum Vest vorstellig werden möchten, hierfür eine Überweisung vom Hausarzt benötigen.
Nur, damit Sie Bescheid wissen.
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