Diagnose: Darmkrebs
04.03.2009 | 17:37 Uhr 2009-03-04T17:37:00+0100So lautete das Ergebnis einer Vorsorge-Untersuchung bei Bernhard Remberg (78)
Herten. 78 Jahre alt ist Bernhard Remberg jetzt und bei bester Gesundheit. Er raucht nicht, trinkt nicht und geht seit zwei Jahrzehnten zur Darmkrebsvorsorge. Das hat vermutlich sein Leben gerettet...
Rückblende: ein Tag Ende Juli 2000. Bernhard Remberg ist schon voller Vorfreude auf den nahenden Urlaub, da teilt ihm seine Urologin nach der alljährlichen Vorsorge-Untersuchung mit, sein "Stuhltest" – ein Test auf unsichtbares Blut im Stuhl als mögliches Indiz für Darmkrebs – sei positiv. Der Hertener ist erstaunt. Er habe aber doch "keine Schmerzen, gar nichts, das auf eine solche Erkrankung hindeutet", denkt er. Und fragt sich gleichwohl sorgenvoll: Was, wenn ich tatsächlich Darmkrebs habe? "Dann", sagt sein Hausarzt, "müssen Sie sich der Sache stellen."
Der Sache stellen: Keine Woche nach der Vorsorge-Untersuchung findet sich Bernhard Remberg im Krankenhaus wieder, eine Darmspiegelung (Koloskopie) soll den Verdacht klären. Als sein Arzt ihm dann tatsächlich sagt: "Sie haben ein Sigma-Karzinom!", also Krebs an einer speziellen Stelle des Dickdarms, ist er "schwer geschockt. Mit einem Bein sieht man sich schon im Grab".
Die Ärzte indes machen ihm Mut. Darmkrebs, frühzeitig erkannt und behandelt, habe beste Heilungschancen. Bernhard Remberg hofft. Und handelt.
Selters statt Sekt
Seinen 70. Geburtstag feiert er am 14. August im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen. Statt eines Gläschens Sekt gibt's literweise Selters; und ein Getränk zur Darmreinigung. Tags darauf werden Bernhard Remberg 30 Zentimeter seines Dickdarms entfernt. Er erhält vorübergehend einen künstlichen Darmausgang und verabschiedet sich von seiner Familie für vier Wochen in die Reha nach Bad Salzuflen.
Wieder zu Hause zurück, beginnt seine Chemotherapie, und weil er über die Wirkung von einem Leidensgenossen viel Positives gehört hat, lässt er sich begleitend dazu mit Mistelspritzen behandeln.
Dann, Ende Mai 2001, ist Schluss. Mit der Chemo. Mit dem Krebs? Der Hertener sagt, bei den ersten Koloskopien nach jener Diagnose sei "die Angst schon groß gewesen", dass der Krebs zurückkommen würde, ebenso bei den Kontrollen beim Onkologen. Zumal die Ärzte seinen Titanport im Halsbereich, den künstlichen Zugang für seine Chemotherapie, erst fünf Jahre nach der Darm-OP entfernen.
Inzwischen gilt Bernhard Remberg als vom Krebs geheilt. Er sagt, er fühle sich fit und könne mit seinem 30 Zentimeter kürzeren Dickdarm leben wie vor der Erkrankung. Im August geht er zur nächsten Darmkrebs-Vorsorge.
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