Arthrose am Sprunggelenk
27.04.2010 | 13:11 Uhr 2010-04-27T13:11:00+0200
Marl.Wenn sich beim Spaziergang über Kopfsteinpflaster Ihr Sprunggelenk unangenehm bemerkbar macht, dann könnte eine Arthrose die Ursache dafür sein. Allerdings eine schon fortgeschrittene.
Anschaulich erläuterte Dr. Wolfram Steens (40), Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und spezielle orthopädische Chirurgie an der Paracelsus-Klinik, den Besuchern beim WAZ-Medizinforum das Thema „Arthrosemanagement am Sprunggelenk“. Er nannte Ursachen für den Gelenkverschleiß (Alter, Knochenbrüche, Bänderriss, Diabetes, Rheuma, neurologische Erkrankungen) und sensibilisierte für Symptome.
Im Anfangsstadium schmerze Sprunggelenksarthrose nur „sehr wenig“, betonte Steens. Aber die Beschwerden nähmen zu: von Schwellungen und Rötungen bis hin zu Bewegungseinschränkungen.
Mehr als 100 Möglichkeiten stehen Medizinern heutzutage für die operative Behandlung von Vorfußleiden zur Verfügung: Das erklärte Dr. Lars-Christoph Linke, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und spezielle orthopädische Chirurgie an der Paracelsus-Klinik Marl, beim jüngsten WAZ-Medizinforum.
Welche Methode für wen die beste ist und ob eine Operation überhaupt anzuraten ist, das klären Betroffene am besten persönlich – in der „Fußsprechstunde“. Termine für dieses Angebot der Paracelsus-Klinik können Interessenten unter 02365 90 25 01 vereinbaren. Vorausgesetzt, sie haben entweder eine Überweisung von einem Orthopäden, Chirurgen oder Neurologen. Oder aber eine Einweisung von ihrem Hausarzt (in letzterem Fall sollten sie Röntgenbilder von ihrem Fuß mit zur Sprechstunde bringen).
Konservative Therapiemöglichkeiten, so Steens, seien Bandagen, Einlagen, Salbenverbände, Krankengymnastik. Zur Linderung des Akutschmerzes empfehle sich Kälte, zur Therapie besser „leichte Wärme“. Auch Spritzen neben oder sogar in das betroffene Gelenk könnten Betroffenen helfen – mit entzündungshemmendem Cortison oder Knorpel glättender Hyaluronsäure.
Schmerze das Sprunggelenk trotz alledem, könne ein Arzt bei einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) Knochenwülste glätten und selbst kleine Knorpelschäden beheben, so Steens: Dazu wird etwas Knorpel aus dem Knie entnommen und im Sprunggelenk eingesetzt. Weitere operative Möglichkeiten sind die Versteifung des Sprunggelenks oder der Ersatz durch ein künstliches.
Letzteres wird nur selten eingesetzt – jährlich etwa 3000 Mal bundesweit. Denn, das ist am Ende eine gute Nachricht: Wer gegen seine Sprunggelenksarthrose frühzeitig einschreitet, so Steens, „hat gute Chancen, sie mit geringen Mitteln aufzuhalten oder zumindest einen ganz schlimmen Verlauf zu verhindern“.
0mitdiskutieren