Marl statt Obama
04.04.2009 | 14:29 Uhr 2009-04-04T14:29:00+0200
Marl. Zum 45. Mal stand am Freitag die Qualität des Fernsehens im Fokus der Öffentlichkeit. Im Marler Theater erhielten die Stars der Branche ihre Grimme-Preise.
Der große Andrang blieb aus, das Wetter war zu gut: Am Freitagabend standen die Fans daher nur in Zweierreihen vor dem Theater Marl, um die Vorfahrt der Stars des Qualitätsfernsehens zu bewundern. Drinnen stimmten sich die Preisträger, Fernsehmacher und rund 800 Gäste mit Champus auf den launigen Abend ein, den Moderatorin Barbara Schöneberger eher quasselstrippig als staatstragend begann. Die Erleichterung im Publikum über den sommerlich-leichten Einstieg zeichnete ein Lächeln auf die Gesichter des Publikums.
Die erfrischende Fröhlichkeit setze sich dank der preiskrönten Beiträge fort: Die ZDF-Kabinettstückchen von Marietta Slomka ("Ich hatte die Wahl zwischen Obama und Adolf Grimme - und habe mich dann für Marl entschieden") und Claus Kleber - er musste zu Obama - wurden durch Prof. Rita Süssmuth ausgezeichnet.
Die Bandbreite der ausgezeichneten Fernsehbeiträge war in diesem Jahr wieder erfreulich groß, nachdem 2008 der Schwerpunkt auf Migrationsthemen gelegt worden war. Die düstere Schwere, die damals in vielen Filmen dominierte und sich auf den Fernsehpreis-Abend übertrug, fehlte diesmal, wenngleich auch wieder durchweg ernste Beiträge mit Tiefgang wie "Leben und Sterben in Kabul" oder "Sonbol - Rallye durch den Gottesstaat" ausgezeichnet wurden. Witziges aus dem Unterhaltungsbereich wurde nur zweimal prämiert: Die RTL-Serie "Doctors Diary" und das bissige NDR-Format "Johannes Schlüter" aus der Satire-Sendung "extra3".
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