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Magnet Chemiepark

03.02.2011 | 18:36 Uhr
Magnet Chemiepark
Der Chemiepark Marl zieht weitere Firmen an. Foto: Luftbild Hans Blossey

Marl. Die Statistik beweist den Erfolg: Seit 2003 hat sich die Zahl der leeren Gewerbeobjekte um 78 Prozent vermindert. Die aktuelle Auflistung weist nur noch 48 unvermittelte Immobilien auf. Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke mit bescheidenem Stolz: „Wir sind im Verhältnis zu anderen Städten gut aufgestellt.“

Seit mittlerweile acht Jahren bietet die städtische Wirtschaftsförderung den Eigentümern ungenutzter Gewerbeimmobilien in Marl Unterstützung bei der Suche nach Mietern bzw. Käufern an. Zuvor gab es lediglich die Liste.

Das Umdenken kam Anfang des Jahrhunderts: In der Verwaltung wurde das Hilfsangebot aufgebaut, in Hüls setzte der Verein „Hüls zieht an“ mit einer eigenen Initiative noch eins drauf. Am Start hatte die Verwaltung 223 Objekte gemeldet, im Laufe der Jahre wurden 780 Angebote weitergeleitet, im letzten Jahre wurden 16 Objekte vermittelt. Somit sind aktuell noch 48 Leerstände erfasst.

Tatsächlich sind es einige mehr, gibt Dr. Gehrke zu. Es gebe einige Eigentümer, die auf die Hilfe der Stadt verzichteten. Sie gibt eine Präsentation (inkl. Lagebeschreibung, Fotodarstellung usw.) in verschiedene Internetplattformen ein und macht sie damit einem breiten Kreis möglicher Interessenten zugänglich. Bei Bedarf werden speziell auf die jeweilige Immobilie zugeschnittene Präsentationen erstellt und an potenzielle Interessenten versandt.

Der Marler Erfolg hat sich in den Nachbarstädten herumgesprochen. „Wir haben denen gezeigt, wie das in Marl funktioniert“, so Dr. Gehrke. Eine Anerkennung, die in Marl selber kaum wahrgenommen wird. „Wir sind als Standort besser, als wir oft gesehen werden.“ Der Chemiepark habe beispielsweise eine bemerkenswerte Sogwirkung auf Klein- und mittelständische Betriebe. In einem 800 Seiten starken Jahresbericht konnten sich kürzlich die Politiker davon überzeugen.

Aber zeigen nicht die Leerstände im Marler Stern genau das Gegenteil? Wie passt das in die Erfolgsstory?

Der Marler Stern sei tatsächlich etwas Besonderes, betont Dr. Gehrke. Er sei genau genommen kein Einkaufszentrum sondern eine überdachte Fußgängerzone. Die Eigentümer verführen nicht einheitlich, die Schwierigkeiten, sie alle unter einen Hut zu bekommen, werde schon seit Jahren beklagt.

Man müsse den Stern differenziert sehen: Es gebe Bereiche mit engagierten und erfolgreichen Betreibern. Und es gebe Flächen, die Fonds gehören, die sich nur wenig bewegen (lassen). Die große, leere, ehemalige Hertie-Fläche belaste den Gesamteindruck. Wenn in diesem Jahr C&A einen Teil der Fläche belegt, dann könne das auch die Vermarktung der anderen Flächen erleichtern, meint Dr. Gehrke.

Auf die immer wieder erhofften großen Investitionen warten die Marler noch immer. Aber der Marler Stern ist offenbar nicht typisch für ganz Marl. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Dr. Gehrke und schiebt sofort eine Einschränkung hinterher: „Aber gut geht es Marl nicht.“

Gert Eiben

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