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Literatur-Festival steht im Zeichen von Ruhr.2010

03.02.2010 | 11:15 Uhr
Literatur-Festival steht im Zeichen von Ruhr.2010

Vest. Über 250 Akteure bestreiten das Literaturfestivals „LiteraturRE". Vom 28. Februar bis 21. März lädt das Frühlingsfestival der Literatur zu Lesungen, Rezitationen, Literaturgottesdiensten, Kinderaktionen und Ausstellungen ein. Ein literarisches Highlight im Zeichen der Kulturhauptstadt.

Diese Zahlen sprechen eine beredte Sprache: An 22 Tagen dreht sich in 14 Städten alles rund ums geschriebene Wort. Mehr als 250 Akteure bestreiten über 100 Veranstaltungen des Literaturfestivals „LiteraturRE”. Vom 28. Februar bis zum 21. März lädt das spektakuläre Frühlingsfestival der Literatur zu Lesungen, Rezitationen, Literaturgottesdiensten, Kinderaktionen und Ausstellungen ein. Ein pralles, literarisches Highlight im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010.

Die Namen der Vorleser und der Literaten lassen Bücherwürmern das sprichwörtliche Wasser im Munde zusammenlaufen. Es kommen bekannte Autoren aus der Region wie Fritz Eckenga, Jochen Malmsheimer, Jan Zweyer oder Jacques Berndorf.

Es gastieren aber auch viele Schriftsteller aus ganz Europa, z.B. aus Italien (Dacia Maraini)und Belgien (Diane Meur, Geert van Istendael). Selbst Lateinamerika ist mit dem prominenten Autor Ernesto Cardenal vertreten. Er kommt zu seinem 85. Geburtstag nach Deutschland und liest am 13. März im Recklinghäuser Bürgerhaus Süd. Sein Thema: „Den Himmel berühren.”

Nicht schlecht liest sich auch die Riege der Schauspieler, die große Texte vortragen wird: Leinwand-Bösewicht Claude-Oliver Rudolph kommt gleich am 28. Februar, dem Eröffnungstag, um 20 Uhr in die Vest-Arena, um eine wilde „Nacht der Rebellen” zu inszenieren. Der Schauspieler nimmt seine Zuhörer mit auf eine Reise durch die Zeit der Räuber, Piraten und Gangster, begleitet von der „Rebellenband”.

Nina Hoger liest am 1. März im Ruhrfestspielhaus aus dem Tagebuch der Jüdin Helene Berrs. Musikalisch wird sie dabei von den Klezmer-Klängen des Ensemble Noisten begleitet. Und Mime Walter Sittler, bekannt aus Fernsehserien wie „Girlfriends” und „Nicola”, liest am 10. März aus dem Buch „Maestro” des australischen Schriftstellers Peter Goldsworthy.

Geschichten von zu Hause erzählt Frank Goosen am 15. März im Ruhrfestspielhaus, wenn er aus seinem aktuellen Buch „Radio Heimat” liest. Über „Fremdenverkehr mit Einheimischen” philosophiert am 11. März Fritz Eckenga in der Gladbecker Stadtbücherei. Jörg Hilbert wird mit seinem „Ritter Rost” durch die Städte ziehen.

Aber auch lokale Autoren und Vorleser finden beim Festival ihr Forum: Die Recklinghäuser Rezitatoren Gabriele Droste und Michael van Ahlen werden ebenso vertreten sein wie die Musikerin Jessica Burri und der Recklinghäuser Autor Hans van Oyen.

Inzwischen strahlt das Literaturfestival längst übers Vest hinaus in die Region hinein. Neben Recklinghausen, Haltern, Dorsten, Marl, Castrop-Rauxel, Datteln, Herten und Oer-Erkenschwick hat „LiteratuRE” noch eine Bühne in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Herne und Gladbeck.

Literarischer Schwerpunkt sind in diesem Jahr Texte, die Heimat, Daheimbleiben und In-die-Welt-Ziehen, Vertreibung und Deportation thematisieren. Hier im Revier, aber auch in ganz Europa. Gelesen wird in klassischen Stadtbibliotheken, aber auch an ungewöhnlichen Orten. In Kirchen und Kneipen, in Museen, Theatersälen, Industriedenkmälern, Schlössern und sogar einem Planetarium.

Dieses Festival hat sich in den letzten Jahren wahrlich gemausert. Erst fing es ganz langsam an. Im Jahre 2003 nämlich. Damals hieß das Motto „Sieben Tage und eine Nacht” und servierte 30 Veranstaltungen ausschließlich in Recklinghausen. 2005 hieß es bereits „Acht Tage und ein Prolog” und bot 40 Veranstaltungen in Recklinghausen und in Haltern. Was noch steigerungsfähig war. 2007 überschrieben die Macher das Literaturfestival mit „Neun Tage in sieben Städten.”

Dann ließen sich die Veranstalter, allen voran das Team der Stadtbücherei Recklinghausen, drei Jahre Zeit für eine Neuauflage. Denn 2010 ist „LiteraturRE” teil des Kulturhauptstadtprogramms. Dessen Koordinator Jürgen Fischer lobte gestern in Recklinghausen: „Hier läuft es besonders gut mit der Kulturhauptstadt. Gerade das Literaturfestival knüpft neue Netzwerke.” Nachhaltigkeit ist schließlich eines der Hauptziele von 2010.

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