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Gegen das Vergessen

Lesung gegen das Vergessen

15.07.2012 | 18:39 Uhr
Lesung gegen das Vergessen
Eine von den Vize-Bürgermeistern Christel Dymke und Wolfgang Weber enthuellte Gedenkplatte (Foto) zitiert den deutschen Dichter Heinrich Heine von 1823: „Das war ein Vorspiel nur. Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“ Foto: Oliver Mengedoht / WAZ FotoPool

Recklinghausen. Das Glück, Bücher lesen zu können, ist ein über Jahrhunderte hart erkämpftes Recht, als freier Zugang zu Wissen gehöre es zu den Menschenrechten, rief Erich Burmeister auf dem Neumarkt in Süd in Erinnerung. Zusammen mit Asli Nau hatte der Vorsitzende der Linken einst die Idee, als Gedenken an die Büchervebrennungen der Nazis 1933 eine „Lesung gegen das Vergessen“ durchzuführen. Die fand jetzt trotz strömenden Regens zum vierten Mal statt. Die Vize-Bürgermeister Wolfgang Weber und Christel Dymke enthüllten dabei eine Gedenkplatte, die an das Unrecht vom 14. Juli 1933 in Recklinghausen an genau diesem Platz erinnert. „Das war ein Vorspiel nur. Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“, hatte Heinrich Heine bereits 1823 geschrieben, als ob er die Nazi-Herrschaft vorausgeahnt hätte. Die Polizei hatte in Recklinghausen großen Anteil an der Verbrennung von Büchern von Kästner, Remarque, Tucolsky und Ossietzky. „Daran wollen wir erinnern“, betonte Holger Freitag, der mit den Grünen den Antrag im Rat für die Plakette gestellt hatte. Zur Enthüllung und Lesung kamen Politiker von Grünen, Linken, SPD und CDU nach Süd. Bei der Lesung wurde aus den einst verbrannten Büchern zitiert und ein Paar aus Herten brachte einen Band vorbei, den es damals vor den Nazis gerettet hatten. Informationen unter www.buecherverbrennung-recklinghausen.de.


Kommentare
17.07.2012
11:49
Lesung gegen das Vergessen
von KuKu | #2

@joergweidemann: Ohne jetzt eine Kommentar zur DKP und zur MLPD abzugeben, ist festzustellen, dass Widerstand gegen den Faschismus nach Lesart BRD vom Großbürgertum, Militär, von Studenten und Kirchenkreisen geleistet wurde. Der Widerstand gegen die Nazis den 100.000de Arbeiter geleistet haben, die dafür teilweise fürchterlich in den KZ´s bezahlt haben, findet in der Presse der BRD und bei den Politikern keine Beachtung. Es spricht nicht gerade für eine vernünftige politische Aufarbeitung der Nazidiktatur, wenn der Widerstand der größten Gruppe so unterschlagen wird. Man kann davon halten was man will, aber vielleicht ist auch das eine Ursache dafür, dass es immer noch zu viele Nazis in Deutschland gibt...

16.07.2012
13:11
Lesung gegen das Vergessen
von joergweidemann | #1

Neben den genannten Parteien waren auch Politiker der MLPD und der DKP vor Ort. Das ist auch sehr angebracht. War es doch Karl Marx und andere Kommunisten, die als erste verbrannt wurden. Im Faschismus wurden die Kommunisten verbrannt. Heute tot geschwiegen. Leider auch in der WAZ. Absicht oder oberflächliche Berichterstattung?

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