Lese-Szene wird im Januar wieder bunter
10.01.2012 | 16:51 Uhr 2012-01-10T16:51:00+0100
Recklinghausen. Vom neuen Ruhrgebiets-Krimi bis zum „Swinging London“ der 1660er Jahre wird’s bunt im ersten Lesemonat des Jahres.
Nach einem Jahreswechsel, der auch literarisch ganz weihnachtlich geprägt war, wird die Lese-Szene im Januar wieder bunter – und krimineller.
Für seinen nächsten Literatur-Frühschoppen „Sonntags um 11“ am 15. Januar in der Altstadtschmiede nahm sich Vorleser Michael van Ahlen einen Meister des sprichwörtlichen britischen Humors aus dem Bücherregal: Hector Hugh Munro schrieb unter dem Pseudonym Saki, das er Versen des persischen Dichters Omar Khayyäm entlehnt hatte. Seine Erzählungen, geistreich und oft makaber überzeichnet, karikieren auf unnachahmliche Weise die „bessere“ Gesellschaft Englands vor dem Ersten Weltkrieg.
Michael van Ahlen wählte aus den vielen Geschichten Sakis – die Gesamtausgabe umfasst über tausend Seiten – ein paar schimmernde Perlen seiner skurrilen Storys und bringt sie am Sonntag um 11 Uhr in der Altstadtschmiede zu Gehör, musikalisch begleitet von Stefan Werni am Kontrabass. Karten kosten 8 Euro an der Tageskasse, Reservierung empfohlen, 02361 21212.
Unter dem funkelnden Sternenhimmel des Planetariums im Stadtgarten kommt am Freitag, 20. Januar, um 19.30 Uhr das vielleicht schönste Märchen Hans-Christian Andersens erst zu voller Geltung. Christine Richter liest als Erzählerin im Schein des Nordlichts. Der Eintritt kostet 2,50 €, ermäßigt 1,50 €.
Arnd Federspiel liest am Dienstag, 24. Januar, um 19.30 Uhr als Gast der Neuen Literarischen Gesellschaft aus seinem Krimi-Erstling „Bei Hitze Mord“ – und zwar im Pavillon der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule, Zugang von der Otto-Burrmeister-Allee.
In Arnd Federspiels Krimi flüchten ein junger Mann, eine junge Frau – und ein junger Hund – durchs Ruhrgebiet. Unvermutet wird der Schauspieler Tom in einer heißen Sommernacht in einen folgenschweren Kriminalfall verwickelt. Tom muss tief in die Trickkiste und zu allen Kniffen greifen, die ihn das Schauspielstudium und seine Filmhelden Humphrey Bogart und Clint Eastwood gelehrt haben.
Der 45-jährige Arnd Federspiel, in Oberhausen geboren, studierte Jura, Anglistik sowie das Schauspiel-Fach. Bisher erschienen zwei Erzählbände mit Kriminalgeschichten. „Bei Hitze Mord“ ist sein erster Roman. Karten kosten 6 €, ermäßigt 4 €, im Vorverkauf erhältlich in den Buchhandlungen Attatroll, 02361 17 002, Lesezeichen 02361 374 301 und Musial 02361 181 249.
Der Name des britischen Marine-Administrators spricht sich übrigens „Pipps“. Für Historiker englischen Alltagslebens ist das erst viele Jahrzehnte nach dem Tode des Chronisten entschlüsselte Tagebuch eine der besten – und für seine Leser eine der witzigsten – Quellen vom Londoner Sittenleben vor und nach dem großen Brand von 1666.
Der karrierebewusste (und ein bisserl korrupte) Aufsteiger in Richtung höfische Gesellschaft ist der Westfälischen Volkssternwarte und Planetarium im Stadtgarten am Samstag, 28. Januar, um 19.30 Uhr einen feinen Themen-Abend wert, inszeniert vom heimischen „teatro affetto“, das sich mit besonderer Hingabe der Barockzeit verschrieben hat. Mit Jörg Maria Welke als Rezitator und Ruthilde Holzenkamp als Musikerin wird daraus eine genussvolle Zeitreise ins „Swinging London“ unter Charles II. Der Eintritt kostet 2,50 €, ermäßigt 1,50 €.
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