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Leidenschaftlich, explosiv

06.09.2007 | 05:26 Uhr

In Meckinghoven wollten Betroffene wissen, was denn nun mit Arsen und Cadmium ist. Nach diesen Schwermetallen wird derzeit geforscht. Das Misstrauen der Anwohner gegenüber Behörden und Unternehmen ist groß

Datteln. Warum erst jetzt? Warum ist in Datteln der Boden nicht schon früher auf Schwermetall-Belastung, auf Arsen und Cadmium untersucht worden? Das ist die häufigste Frage an diesem Abend in Meckinghoven. Die CDU hatte eingeladen. Bei Dieckmann drücken sich 100 Menschen in den Saal. Kreis und Stadt hatten ihre Experten geschickt. Ruhrzink auch.

Die Diskussion ist bewegt, leidenschaftlich, von Angst getragen und deshalb manchmal auch explosiv. Warum erst jetzt? Meckinghoven, der vergessene Stadtteil?

Ein Beamer projeziert Schadstoff-Werte an die Wand. Besorgniserregende Schwermetall-Werte, aber was heißt das? Gesundheitsgefährdend seien die Daten nach Angaben der Experten nicht. "Wem sollen wir das denn glauben?", fragt jemand im Publikum. Und natürlich kommt auch dieser Zwischenruf: "Die stecken doch alle unter einer Decke." Der Applaus ist hart, zeigt an, wo das Stimmungsbarometer steht, wie den Menschen zu Mute ist.

Ein Meckinghovener erzählt, wie damals, er sagt Ende der 60er, es im Betrieb der Zinkhütte zu einer Katastrophe kam. Damals habe es, so erinnert er sich, den Rat gegeben, Gemüse aus dem Garten nicht mehr zu essen. Es habe sogar gezielt Umgestaltungen der Nutzgärten zu Ziergärten gegeben. Die Warnung, aus dem Garten zu essen sei nie aufgehoben worden, sagt er noch. Und fragt: "Wieso ist eigentlich in der Zwischenzeit so wenig passiert?"

Die Behördenvertreter können die Frage nicht beantworten. Vielleicht, weil auch in den Behörden der zweite Generationenwechsel stattgefunden hat. Vielleicht, weil das Umweltbewusstensein der Städte nicht so lange zurückreicht. Aber es lastet nun mal der Verdacht auf Meckinghoven, dass Arsen und Cadmium die Böden verseuchen, die Menschen. Und in diesem Licht erscheinen Behörden verdächtig, die sich nicht erinnern.

Meckinghoven, der vergessene Stadtteil? Zum Schluss der Veranstaltung, es ist nicht mehr ganz so weit bis Mitternacht, wird verabredet, solche Abende häufiger zu veranstalten. Vielleicht ist Meckinghoven doch nicht vergessen.

Von Frank Finkensiep f.finkensiepwaz.de 02361 9370-201

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