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Überfall auf Lidl-Märkte

"Lass uns endlich Butter bei die Fische machen"

19.02.2010 | 17:53 Uhr

Recklinghausen. Die Aussicht auf große Beute hat sie zu Partnern werden lassen, doch mittlerweile sind sie sich spinnefeind. Im Prozess um zwei bewaffnete Überfälle auf Lidl-Märkte im vergangenen Sommer (wir berichteten) wird die Stimmung zwischen den Angeklagten zunehmend gereizter.

Besonders der frühere Lidl-Filialeiter (28) und der Haupttäter (45) sind selten einer Meinung. Zwar haben beide ein Geständnis abgelegt, aber in einigen Punkten gehen ihre Aussagen doch auseinander.

Unstrittig ist, dass sich der Filialleiter am 14. Mai 2009 in seinem eigenen Lidl-Markt in Recklinghausen-Süd nach vorheriger Absprache von dem 45-Jährigen hat ausrauben lassen. Beute: 18 000 Euro. Von seinem Anteil kaufte sich der 45-Jährige ein Auto, was er auf den Namen des Filialleiters zuließ. Das wurde ihm jedoch zum Verhängnis.

Denn das Auto nutzten der 45-Jährige und ein ebenfalls angeklagter Komplize (48) nach einem Lidl-Überfall am 18. Juni in Oer-Erkenschwick (Beute: 21 000 €) als Fluchtwagen. Zeugen beobachteten dies, und die Polizei stellte fest, dass der Fluchtwagen gerade erst zugelassen war – auf den Namen des Lidl-Filialleiters aus Recklinghausen. „Da hat es bei mir geklingelt, so viele Zufälle kann es nicht geben“, sagte ein Kripobeamter. Die Polizei überwachte fortan den 28-Jährigen und kam dem 45-Jährigen und zwei weiteren Tätern auf die Schliche.

Nach vielen abgehörten Telefonaten der insgesamt vier Angeklagten steht für die Staatsanwältin fest, dass die Männer neben den beiden Überfällen in wechselnder Beteiligung weitere Discounter-Überfälle planten. Der Ex-Filialleiter sollte wegen seiner Kenntnisse vorher die Supermärkte auf Umsatzstärke und Sicherheitssysteme ausspionieren. Das behauptet auch der Haupttäter, doch der 28-Jährige leugnet dies: „Nein, stimmt nicht. Ich sollte, aber ich habe nie wirklich spioniert.“ An die abgehörten Telefonate, die teilweise vorgelesen wurden, will er sich auch nicht erinnern können. Der 45-Jährige blaffte daraufhin seinen Ex-Partner an: „Lass uns endlich Butter bei die Fische machen, was soll das jetzt hier?“ (KK)

Kaspar Kamp

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