Kunstaktion von Igadim in Haltern endet mit einem Eklat
03.10.2012 | 18:45 Uhr 2012-10-03T18:45:00+0200
Haltern am See. Eine geplatzte Kunstaktion zum „Tag der Deutschen Einheit“, ein Künstler, der sich in seiner künstlerischen Freiheit bedroht fühlt, ein Polizeieinsatz und eine Anzeige wegen Tätlichkeit - die öffentliche Darstellung der neuen Jugendkunstschule an der Mühlenstraße 37 (ehemals „Deutsches Haus“) könnte schlechter nicht sein.
Das Haus der Jugendkunstschule wird im Januar 2013 abgerissen. Angelika Schwering-La Roche, Galeristin und Initiatorin der Jugendkunstschule, hatte darum zu der Aktion „Berliner Mauer in Haltern“ aufgerufen, um zu signalisieren, dass „die Dinge sich ändern“. Jörg Jäger, Besitzer der Immobilie und Investor, hatte seine Genehmigung gegeben . Aushängeschild für die Aktion war der Künstler Igadim („Ich glaube an die Menschen“), mit bürgerlichem Namen Wolfgang Wendker, u. a. Erschaffer der „Luminata“ in Recklinghausen.
Igadim hatte bereits am Dienstag die Hauswand zum Nordwall mit Hammer, Meißel und Goldfarbe bearbeitet und auf der Fläche in roten Lettern die Ausstellung seiner beiden Goldtafeln angekündigt: „Sie kommen! Bald sind sie da, in dieser Stadt: Die zwei Tafeln von Igadim“. Das schien der Ideengeberin der Aktion Schwerig-La Roche nicht zu gefallen.
Schriftzug übermalt - Künstler Igadim kritisiert Zensur
Der Schriftzug wurde übermalt. Seinen Protest gegen diese Art von Zensur in der Kunst malte Igadim gestern neben die Eingangstür. „Aber was sie gar nicht wollen – und da sind sie mit dem Künstler einig – ist Zensur. Deshalb zeichnen sie weiter.“
Diesen Schriftzug wollte Michael Buchholz, Ehemann der Oer-Erkenschwicker Künstlerin Mirella Buchholz (sie stellt derzeit in dem Abbruchhaus ihre Bilder aus), so nicht stehen lassen. Er forderte Igadim auf, seine Arbeit einzustellen , weil das „keine Kunst ist“, riss ihm schließlich den Malpinsel aus der Hand und zerbrach ihn. Igadim rief die Polizei und erstattete Anzeige. „Der ist mir an die Wäsche gegangen, ich fühlte mich bedroht.“
Buchholz bedauerte seinen „Ausraster“ und erklärte, dass „Herr Igadim keine Genehmigung hatte, an der Hauseingangsseite zu malen.“ Das sei im Vorfeld auch so abgesprochen gewesen. Igadim kündigte gestern an, dass er die Schule nicht mehr unterstützen werde.

14:49
Wann kommt endlich wieder "richtige" Kunst, ein Reiterstandbild von Boss Rahn, ein Bronzeguss von Schimaski oder Bilder, wo man wieder was drauf erkennen kann? Theater wie früher, so mit Tana und so! Musik zum mitsingen, Freue schöner Götterfunken und alles. Dann rennen alle Ruhris wieder hin , ja so issett!
13:01
Selten so gelacht!
Man und solche Menschen unterstützen wir mit unseren Steuern!
Echt das muss eingestellt werden!
So was ist echt nicht mehr schön!
12:47
Wie inflationär mit dem Wort Zensur um gegangen wird. Da überpinselt ein Bürger einem anderen Bürger etwas, was eine reine Privatsache ist, und schon wird Zensur geschrien.
Zensur kann nur ein Staat ausüben.
12:44
"Ist das Kunst oder kann das weg?" ist alles, was einem dazu einfällt - mit einer klaren Antwort: "kann weg".