Klimaschutz ist gut - Tempolimit nicht so
08.02.2008 | 20:40 Uhr 2008-02-08T20:40:46+0100Was ist jeder einzelne bereit, zum Umweltschutz beizutragen? Abiturienten am Max-Born-Berufskolleg diskutieren mit Umweltschützern. Der Vertreter eines Energieversorgers kam nicht auf das Podium
Recklinghausen. Freitag spielte der Februar verrückt: Frühling. Ein guter Tag, über Klimaschutz zu reden. Insofern: perfektes Timing. Am Max-Born-Berufskolleg diskutierten Abiturienten mit Umweltschützern und einem Politiker, was jeder einzelne zum Klimaschutz beitragen kann.
Der Vertreter eines Energieversorgers war auch zugegen. Doch er kam nicht aufs Podium. Er saß im Publikum. Und musste schweigen. "Er äußert sich nicht", hieß es über den Mann von RWE. Warum auch immer. Noch ein guter Grund, über Klimaschutz zu diskutieren.
Frank Schwabe, SPD-Bundestagsabgeordneter und Klimapolitischer Sprecher brachte die Diskussion auf diesen Punkt: Mit dem Auto nicht zu rasen, sei ein Beitrag zum Klimaschutz, weil so der Schadstoffausstoß verringert werde. Andererseits: Gerade junge Menschen seien Gegner des Tempolimits. "Ich diskutierte das Thema neulich mit Schülern in Datteln. Bei einer Abstimmung waren gerade ein paar Prozent für das Limit", sagte Schwabe. Sein Eindruck wurde am Max-Born-Berufskolleg erneut bestätigt. Ein Physiklehrer seufzte in die Runde: "Ich bin mit dem Thema bei meinen Schülern auch gescheitert."
Eine Nebenbemerkung brachte das Podium in Wallung: Der hohe Strompreis sei ja wohl auch auf die Nutzung regenerativer und kostspieliger Energien zurückzuführen.
Dr. Thomas Krämerkämper (BUND), Josef Tumbrink (Nabu) und Frank Schwabe wiesen nachdrücklich darauf hin, dass der hohe Strompreis relativ wenig mit den Herstellungskosten zu tun habe. "Der Preis ist vielmehr bedingt durch die Marktsituation: Wenige Stromversorger beherrschen den Markt." Schwabe sagte: Er fühle sich als Politiker aufgerufen, diese Situation zu ändern. Dabei gebe es gar nicht viele Möglichkeiten: "Wir können entweder die Konzerne zerschlagen zu vielen kleinen Unternehmen, die auch in Konkurrenz zueinander stehen. Oder wir verstaatlichen die Stromversorgung."
Was kann jeder einzelne zum Klimaschutz beitragen? Eine Bemerkung konnte Thomas Krämerkämper sich nicht verkneifen: Das Gebäude des Berufskollegs habe praktisch keine Wärmedämmung anzubieten. Aber das werde sich ja demnächst ändern. Wenn das neue Gebäude fertiggestellt sei, sagte er und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
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