Kitas zur Kasse bitte
28.12.2010 | 16:32 Uhr 2010-12-28T16:32:00+0100
Vest. Dass Urheberrechte geschützt werden müssen, würden die meisten Menschen unterschreiben.
Die Forderung der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), nun auch Kindergärten zur Kasse zu bitten, sorgt trotzdem bundesweit für Zündstoff.
Die GEMA handelt diesbezüglich im Auftrag der VG Musikedition, einer Verwertungsgesellschaft, die sich um die Rechte von Musikverlagen kümmert. Für 500 kopierte Liederzettel sollen künftig 56 Euro veranschlagt werden. Erzieherinnen werden dazu angehalten, Lied, Komponist und Musikverlag zu verzeichnen. „Hier wird ein enormer Verwaltungsaufwand produziert“, beschwert sich Michael Vaupel, Vorsitzender des DRK im Kreisverband Recklinghausen. Die Kosten müsse der Steuerzahler tragen. Er befindet die neuen Gebühren für absurd und warnt davor, sich zu Tode zu verwalten.
Buchkultur statt Wegwerfkultur
„Wir warten erst einmal ab“, so seine Reaktion, die vom Landesverband unterstützt wird. Das DRK ist Träger von insgesamt neun Kindertageseinrichtungen im Vest. Mit dem Slogan „Buchkultur statt Wegwerfkultur“, wirft Dr. Hans Hubbertz, Öffentlichkeitsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen, ein anderes Licht auf die Thematik. Die GEMA könnte als Bremse für übermäßiges Kopieren fungieren. Gesungen werden schließlich überwiegend traditionelle Stücke.
„Liederbücher sind vorhanden, da ist auch alles rechtlich abgesichert“, verteidigt er die Position der Urheber. Der evangelische Kindergarten Theodor-Fliedner-Heim in Oer-Erkenschwick hat mit der GEMA eine Pauschale von 47,94 Euro ausgehandelt. Eine Vereinbarung, die den Rahmenverträgen nachempfunden ist, die für Schulen vorliegen. „So sieht unsere Empfehlung aus“, erklärt Hubbertz.
Im Kirchenkreis Recklinghausen gibt es derzeit 27 evangelische Kindertageseinrichtungen, zehn im Trägerverbund des Kirchenkreises, 17 in Trägerschaft der Kirchengemeinden.
09:14
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die Künstler Geld verdienen müssen. Keine Frage. Aber hier sollte es deutlich auch im Interesse der Künstler sein, die Kinder an die Kunst, die Musik, heranzuführen. Soll nun auch Kunst nur noch denen ermöglicht werden, die genug Geld haben? Langsam reicht es doch! Gebt den Kindern lieber, als Ihnen etwas zu nehmen!
08:34
#1 Danke für den Hinweis.
07:21
Demnächst werden noch für die Gesangbücher in den Kirchen Gebühren erhoben ...
23:55
Das kann man auch ohne Gebühren haben: http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/nachrichten/gemeinfreie_notenblaetter_fuer_advents-_und_weihnachtslieder_3_update-588