Kinderpalliativzentrum Datteln wird nächste Woche eröffnet
14.04.2010 | 20:39 Uhr 2010-04-14T20:39:00+0200
Datteln.Als „Sternstunde“ bezeichnete Prof. Dr. Werner Andler 2007 den Startschuss, der mit einer Modellpräsentation einherging. Im September 2009, als der Richtkranz über dem noch kargen Rohbau wehte, sprach der Ärztliche Direktor der Vestischen Kinder- und Jugendklinik von einer Vision, die Wirklichkeit werde.
Kommende Woche beginnt sie wirklich: Am Mittwoch, 21. April, wird eine große Festgemeinde die Eröffnung des ersten und in dieser Form weltweit einmaligen Kinderpalliativzentrums feiern. Ein Lichtblick für Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen, für Kinder, die unter quälenden Schmerzen leiden müssen. Und für deren Familien. Lichtblicke ist bezeichnender Weise auch der Name des Hauses.
Jeder Fortschritt hat einen ideellen Motor. Der des Palliativzentrums heißt Dr. Boris Zernikow (46), inzwischen habilitiert (Thema: Schmerz-Therapie in der Onkologischen Pädiatrie) und Inhaber des weltweit ersten Lehrstuhls für Kinderpalliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke. „Mir macht es Freude, anderen Menschen zu helfen und sie zu begleiten,” sagte der Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin einmal auf die Frage, was ihn treibe. Er und sein Team wollen in diesem Sinne da sein, „wenn ein Kind sich damit auseinandersetzt, dass es sterben wird”.
Das Kinderpalliativzentrum steht. Die Kosten bleiben. Jede Spende fließt in die Arbeit mit den Kindern. Wer diese unterstützen möchte, kann Spenden auf das Konto 100268111, Volksbank Waltrop (BLZ 426 617 17) einzahlen. Infos gibt es bei Martina Klein, 02363 975-171.
Blick auf die Lebensqualität
Zernikow, der vor über zehn Jahren damit begonnen hatte, sich auf Schmerzen und deren gezielte Behandlung bei gleichzeitigem Blick auf die Lebensqualität zu spezialisieren, ist Teamspieler. Er formulierte es einmal so: „Mir tut es gut, in einem Team zu arbeiten, in dem alle gleich viel wert sind, obwohl sie verschiedene Aufgaben haben.“
Das Team spiegelt sich auch in einem Geleitwort Zernikows zur Eröffnung wider. „Das Leid unserer Patienten und ihrer Familien hat mehrere Dimensionen: biologische, psychische, soziale und auch spirituelle. Es braucht ein Team, das gemeinsam mit den Betroffenen einen Weg findet, die Krankheit erträglich zu machen und die verbleibende Lebenszeit bewusst zu leben.“ Es sei toll, dass hier Wirklichkeit werde, was man so dringend brauche: einen geschützten Ort, an dem lebenslimitierend erkrankte Kinder und ihre Familien wirkliche Unterstützung und Hilfe erfahren.
Apropos Hilfe. Die holte sich Zernikow 2007 mit Dr. Martina Klein zur Seite. Die 50-Jährige ist für den Bereich Entwicklung und Finanzen zuständig und hat im Laufe von nicht ganz drei Jahren ein Netzwerk von finanziellen Unterstützungen geknüpft. Nicht nur „große Spender“, sondern auch Bürger aus Datteln und den Nachbarstädten gehören zu den „Trägern“ dieser wahrlich zukunftsweisenden Einrichtung.
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