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Prozess

Kinder sahen Tod der Mutter

31.10.2012 | 17:59 Uhr
Kinder sahen Tod der Mutter
Foto: Oliver Müller

Essen. / Marl. Ein Drama. Nicht einmal von den eigenen Kindern ließ der Marler Maik W. (36) sich abhalten, als er vermutlich aus Eifersucht 24-mal auf seine Ehefrau einstach. Sie hatte sich von ihm getrennt und offenbar mit einem anderen Mann getroffen. Seit Mittwoch muss der Ehemann sich vor dem Essener Schwurgericht wegen Totschlags verantworten.

Vor zwölf Jahren hatte das Paar sich kennengelernt. Ab 2005 kamen drei Kinder zur Welt. Sieben, fünf und drei Jahre sind sie heute alt. Doch schon länger kriselt es in der Familie. Nachbarn der Wohnung in der Sickingmühler Straße erzählen, Streit habe es gegeben, weil Maik W. nicht arbeiten wollte. Und weil er eifersüchtig war. Ständig soll er seine Ehefrau kontrolliert haben.

An die Trennung hätte Katja W. schon länger gedacht, erzählt eine 36 Jahre alte Freundin. Doch die 33-Jährige fürchtete die Aggressionen ihres Mannes. Sie wusste, dass er 1996 als 20-Jähriger seiner 14 Jahre alten Freundin ein Messer in den Rücken gestochen hatte. Der Grund: Sie hatte die Beziehung zu ihm beendet. Das Jugendschöffengericht Bückeburg sprach ihn damals wegen Schuldunfähigkeit frei, setzte seine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie zur Bewährung aus. Auf einer privaten Feier soll er seinen Schwiegervater in den Rücken getreten haben,

Anfang des Jahres wagte Katja W. dennoch die Trennung. Maik W. zog aus, nahm sich eine eigene Wohnung. Fast jeden Tag kam er aber zu seiner Familie, kümmerte sich um die Kinder.

Am 21. Mai eskalierte die Situation. Er habe seine Frau gebeten, es erneut zu versuchen, sagte er der Polizei. Schnell sei es zum Streit gekommen. Viel mehr Erinnerungen an die Tat will er nicht haben. Vor Gericht schweigt er, übernimmt aber die Verantwortung für den Tod seiner Frau, erklärt sein Verteidiger Hans Reinhardt.

Kinder und Jugendliche sind die Zeugen der Tat. Die 15-jährige Tochter der Nachbarn erzählt, wie sie Schreie hörte, wie es an der Tür klingelte und die drei Kinder der Familie W. „richtig heulend“ vor ihr stehen. Der Papa habe die Mama erstochen, erzählen sie. Streit habe es gegeben, weil die Mama sich mit einem anderen Mann getroffen hätte. Die Älteste ist selbst an der Hand verletzt und erzählt es später der 17-jährigen Nachbartochter. Sie hätten Mama helfen wollen und dabei sei sie verletzt worden. Alle drei Kinder sind im Heim untergebracht. Vor Gericht aussagen müssen sie nicht, weil die Stadt Marl als Vormund dies untersagt.

Stefan Wette

Kommentare
03.11.2012
00:18
Kinder sahen Tod der Mutter
von Xavinia | #3

Hoffentlich hat man diese Kinder jetzt nicht auch noch getrennt untergebracht. Was sie meines Erachtens brauchen, ist Gemeinsamkeit. Außer sich selbst...
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