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Kilo-Killer

02.01.2011 | 15:33 Uhr
Kilo-Killer

Oer-Erkenschwick.Weihnachtsgans und Lebkuchen, Stollen, Punsch und Mandelpudding; Wer den Dezember ohne Gewichtszunahme überstehen will, sollte sich tunlichst ins nicht-christliche Ausland absetzten.

Und dann kommt die Silvesternacht, bedeutungsschwanger, ein Wendepunkt, und mir ihr die guten Vorsätze: Im neuen Jahr wird alles anders. Besser. Schlanker.

Wilfried van Kempen kann sich derweilen ganz entspannt zurücklehnen, denn dem 68-Jährigen ist gelungen, was anderen ein frommer Wunsch bleibt. 13 Kilo seiner selbst hat der pensionierte Bankangestellte in den letzten vier Monaten über den Jordan geschickt, wer es ihm gleichtun will, sollte Überforderung vermeiden. „Ich würde jedem raten sich am Anfang nicht zu viel vorzunehmen. Langsam angehen lassen, wie beim Sport“, erklärt van Kempen, der sich seit September vom Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) beraten lässt. Gemeinsam mit der Stadt Oer-Erkenschwick hatten die Experten das Projekt „Eine Stadt will schlanker werden“ auf den Weg gebracht, van Kempen schätzt vor allem den Kontakt zu Gleichgesinnten: „Der Unterschied zu allen früheren Versuchen ist eben, dass ich es jetzt nicht mehr alleine mache. Wir treffen uns regelmäßig, tauschen uns aus und ich weiß, da sind anderen in derselben Situation. Das spornt an.“

Der Kampf gegen die Pfunde, er bescherte auch Wilfried van Kempen eine Niederlage nach der nächsten: „Ich habe schon alles an Diäten ausprobiert. Am Anfang lief es immer gut, und dann ist man so nach und nach in den alten Trott verfallen“, verrät der Familienvater. „Im August waren wir mit unserem Kegelclub in der Gegend um Dresden herum wandern und schon nach zwei Tagen fiel mir das Laufen wahnsinnig schwer.“

Ein Wendepunkt für den 68-Jährigen, der mit Eintritt in das IFAT-Programm den gesamten Haushalt, die gesamte Ernährung umstellte. Jetzt ist Freitags Fischtag, Fleisch gibt es höchstens zweimal die Woche, Alkohol so gut wie gar nicht: „Schokolade kann hier haufenweise rumliegen, da habe ich gar keine Probleme mehr mit, aber beispielsweise auf Bier oder Wein zu verzichten fällt mir schon schwer.“, gesteht der Tapfere.

Die kleine Sünde in Ehren aber ist noch lange kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken: „Diät zu halten heißt ja nicht, Dinge, die man mag, nie wieder anzurühren“, betont van Kempen und verrät, dass er sich hin und wieder seine Leibspeise gönnt: Reibeplätzchen.

„Aber nicht zu Hause. Meine Frau und ich fahren dafür immer zum Weihnachtsmarkt nach Recklinghausen und teilen uns drei Stück: Zwei für sie, einen für mich.“ Den Rest der Zeit gibt es viel Gemüse bei den van Kempens, Selbstgebackenes aus den IFAT-Rezeptbüchern, Obst statt Lebkuchen und Dominosteine. Und im Sommer? „Da wird auch mal Fisch gegrillt, Maiskolben, Paprika, da kann man viele richtig leckere Sachen machen.“

Drei oder vier Kilo will Wilfried van Kempen noch loswerden: „Dann wiege ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder weniger als neunzig Kilo.“ Bis dahin ist durchhalten angesagt, Viel Sport treiben und Kalorien zählen. Gute Vorsätze allein haben eben noch nie eine schlanke Linie gemacht.

Katharina Müller

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