Keine „Ruhr 2010“-Nachwehen
29.11.2011 | 17:40 Uhr 2011-11-29T17:40:00+0100
Vest.Das Kulturhauptstadtjahr sollte die Freizeitwirtschaft ankurbeln und den Tourismus in der Region nachhaltig fördern. Doch fast ein Jahr nach Ruhr 2010 fällt die Bilanz für das Vest eher verhalten aus. Weder bei den Besucher- noch bei den Übernachtungs-Zahlen sind wegen des Kulturhauptstadtjahres Schübe erkennbar. Bis auf Haltern am See (knapp 6000 Übernachtungen mehr als in 2010) und Recklinghausen (fast 12 000 mehr) konnte die Zahl der Übernachtungen nicht, beziehungsweise nur gering gesteigert werden.
In der Seestadt, mit über drei Millionen Tagesgästen (900 000 am Prickingshof und 300 000 am Kettlerhof) pro Jahr die Freizeitstadt im Vest schlechthin, sind es neben den Hauptmagneten Stausee und Silbersee sowie Wald und Heide auch die touristischen Möglichkeiten des Münsterlandes, die für das Übernachtungsplus sorgten. Marlies Schröder vom Halterner Seehof, mit 240 Betten eines der größten Hotels in der Region: „Nein, von der Ruhr 2010 haben wir nicht viel gemerkt. Die meisten Gäste sind Teilnehmer von Tagungen und Seminaren.“ Die touristischen Gäste würden Wellness-Wochenenden buchen oder nutzen die Angebote im Münsterland. Eine gewisse Rolle spiele aber sicherlich auch die Römerroute, auf deren Weg manche Gäste Station in der Seestadt machen.
„Wir hatten schon während 2010 so gut wie keine Gäste wegen des Kulturhauptstadtjahres und im Nachgang noch weniger“, sagt Anja Frugte vom Oer-Erkenschwicker Stimbergpark-Hotel (124 Betten). Auch ihr Haus wird vor allem von Seminar- und Tagungsteilnehmern genutzt. Tendenz steigend.
Die gute Wirtschaftslage macht Susanna Goesmann von der Engelsburg (122 Betten) in Recklinghausen für die guten Geschäfte verantwortlich. Zehn Prozent mehr Gäste gab es. Der Umsatz stieg um 15 Prozent. Das „Best Western“- Haus wird ebenfalls viel von Geschäftsleuten für Tagungen gebucht. Susanna Goesmann: „Unser Plus ist hauptsächlich eine Folge der Erholung der Wirtschaft. Viele Firmen haben ihre Gelder für Übernachtungen wieder freigegeben.“ Das Kulturhauptstadtjahr habe in ihrem Haus eher eine untergeordnete Rolle gespielt. „Das hat sich alles, glaube ich, mehr in den großen Städten wie Essen oder Bochum abgespielt.“ Gute Steigerungsraten gab es bei der Touristen-Information in Herten. 20 Prozent mehr Veranstaltungen (insgesamt 5000) wurden in dem Büro an der Halde Hoheward gebucht. Anfragen kämen auch von außerhalb des Ruhrgebiets. Das Büro hat erst im vergangenen Jahr geöffnet. Ob es einen direkten Zusammenhang mit Ruhr 2010 gebe, so eine Stadtsprecherin, sei daher schwierig zu sagen.
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