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„Keine Idee, sondern eine Haltung“

16.10.2012 | 18:15 Uhr
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„Keine Idee, sondern eine Haltung“
Für sein Engagement wird Hans Overkämping mit dem Ehrenpreis des DHPV ausgezeichnet.Foto:Joachim Kleine-Büning

Vest. Er gehört zu den Pionieren der deutschen Hospizbewegung. Gemeinsam mit Norbert Homann, dem ehemaligen Geschäftsführer des Elisabeth-Krankenhauses in Recklinghausen-Süd, gründete er das erste Hospiz seiner Art in Deutschland. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV), zu deren Gründungsmitgliedern er gehörte, wird der emeritierte Dattelner Pfarrer Hans Overkämping am Donnerstag in Berlin mit dem DHPV-Ehrenpreis für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

„Das bürgerschaftliche Engagement ist das Herzstück der Hospiz- und Palliativ-Arbeit. Wir brauchen auch in Zukunft dieses Engagement, damit schwerstkranke und sterbende Menschen erfahren, dass sie in die Mitte unserer Gesellschaft gehören“, erklärt Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes, im Vorfeld der Preisvergabe. „Mit dem Ehrenpreis möchten wir uns für dieses herausragende Engagement bedanken.“

Gegründet wurde der Deutsche Hospiz- und Palliativverband 1992 als „Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz“, um die Interessen und Belange der schwerstkranken und sterbenden Menschen auf Bundesebene gegenüber Politik und Gesundheitswesen zu vertreten. Sechs Jahre zuvor hatten Hans Overkämping und Norbert Homann das Hospiz „Zum Heiligen Franziskus“ in Recklinghausen ins Leben gerufen.

„Diese Bewegung ist keine Idee, keine Organisation, keine Partei, sondern eine Haltung, wie sie jeder eigentlich haben sollte“, sagt Hans Overkämping. Von Recklinghausen sei damals ein guter Geist ausgegangen, obwohl ihm und seinen Mitstreitern zunächst viel Skepsis entgegenschlug. Das Hospiz sei kein „Sterbehaus“ mehr, sondern ein „Haus des Lebens“.

40-jähriges Priesterjubiläum

In seinen vielen Jahren als Geistlicher – Hans Overkämping feierte erst kürzlich in Datteln sein 40-jähriges Priesterjubiläum – hat er immer wieder mit schwer kranken Menschen zu tun gehabt, ihnen Mut gegeben und sie auch in den letzten Stunden ihres Lebens begleitet.

Der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbandes Nordrhein-Westfalen engagiert sich aber nicht nur in der Hospizbewegung. Hans Overkämping sorgte mit anderen auch dafür, dass in Datteln die „Kleine Oase“, das Kurzzeitpflegeheim für schwerstkranke Kinder und Jugendliche, im Schatten seiner ehemaligen Pfarrkirche St. Josef gebaut werden konnte und später – ebenfalls auf Kirchengrund – ein Wohnheim der Lebenshilfe.

Norbert Schmitz

Kommentare
18.10.2012
07:07
„Keine Idee, sondern eine Haltung“
von Kallie | #1

Die Wichtigkeit von Hospizhäusern steht ohne Zweifel nicht in Abrede.Es stellt sich nur die Frage, ob sich alles der Schaffung einer solchen Einrichtung unterordnen muss.
Die Gemeinde Heilig Kreuz in Recklinghausen Süd ist noch nicht in Ansätzen über den Abriss ihrer Kirche zugunsten eines Hospizbaus zur Ruhe gekommen da wird sie erneut schwer davon getroffen. Eine grosse Teilfläche des dortigen Kindergartens muss für den Hospizbau aufgegeben werden. Es handelt sich um Flächen des Aussenspielbereiches mit Rutsche und von den Eltern errichteter Holzhütte. Ob dieser Einschnitt für den Kindergarten angesichts der schon vorhandenen ausreichend grossen Fläche der ehemaligen Kirche einschliesslich Pfarrhaus für einen Hospizneubau gerechtfertigt ist mag jeder selbst beurteilen. Ich halte ihn für nicht ansatzweise vertretbar und eine schändliche Tat gegenüber den Kindergartenkindern

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