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Kanalfestival

Kanalfestival: Planung beginnt

07.02.2012 | 15:03 Uhr
Kanalfestival: Planung beginnt
Das Kanalfestival steuert wieder in ruhigeres Fahrwasser – aber nicht ganz so gemächlich wie dieser Lampion-Bulli.Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ Fotopool

Datteln.   Auf den neuen Vorstand der Interessengemeinschaft um Andreas Bork wartet viel Arbeit: „Uns fehlen ein paar Monate in der Vorbereitung“.

Für 100 000 Menschen in der Region ist es noch sehr präsent, das letztjährige Kanalfestival in Datteln. Hätte man damals beim Lampion-Korso erzählt, dass Nr. 42 das letzte Großereignis seiner Art am Dortmund-Ems-Kanal sein könnte, hätte es wohl keiner geglaubt. Stattdessen sorgte jetzt die erste Kampfabstimmung innerhalb der Interessengemeinschaft Kanalfestival für „klar Schiff“ und freie Fahrt: Andreas Bork ist der neue Mann am Vereins-Ruder.

Bis vor wenigen Tagen aber stand das Kulturspektakel am Wasser auf Messers Schneide. Nicht etwa, weil die Einnahmen nicht stimmten oder die Sicherheitsauflagen zu hoch wurden. Es lag am Ehrenamt. Das Kanalfestival wird, anders als andere Stadtfeste im Vest, nicht von der Stadt oder stadteigenen Betrieben veranstaltet, sondern von einem Verein. Die Interessengemeinschaft Kanalfestival (IGK) hat das Kulturfest übernommen, als die Zukunft ungewiss war. Die Stadt konnte und durfte mit ihrem Haushaltsloch das verlustreiche Fest nicht weiter subventionieren – doch ein Mann hat die Sache in die Hand genommen.

Seit 1994 setzte sich Ludger Grundmann an vorderster Front für das Familienfest ein und begann mit acht Dattelner Vereinen die IGK mit Unterstützung der Stadt arbeitsfähig zu machen. Doch als Grundmann der mittlerweile in Gladbeck lebt, sein Amt im Herbst zu Verfügung stellte, war über Monate kein Nachfolger in Sicht. Das Fest, das vom Ehrenamt lebt, drohte zu sterben oder ein fremdes Gesicht zu bekommen, bei dem die Vereine nur noch eine Nebenrolle spielen. Erst vor einigen Tagen kam die erleichternde Nachricht, dass es einen Kandidaten für den zeitaufwendigen Job gibt.

Mit Paul Rogowitz tauchte der Name eines Organisationstalentes auf, der schon in der Vergangenheit als Ehrenamtler einige Schützenfeste organisierte. Nur wenige Stunden vor der Wahl am Montag passierte etwas, dass es in der Historie der IGK noch nicht gegeben hat, so Ludger Grundmann (WAZ berichtete): „Die erste Kampfabstimmung der IGK!“ Der Sitzungsleiter konnte über zwei Kandidaten abstimmen lassen. Am Tage der Abstimmung hat sich Andreas Bork von der DLRG „nach Rücksprache mit der Familie“, wie er sagt, entschieden, das Amt für die kommenden Jahre übernehmen zu wollen und ist mit sieben Stimmen gewählt worden. „Ich freue mich über den Vertrauensvorschuss“, sagt Bork. „Vertrauen muss ich mir noch erarbeiten.“ Zwar war die Stimmung in der Versammlung bei einigen eher gedrückt, aber „Mister Kanalfestival“ Ludger Grundmann sieht die Sache positiv „Ich bin froh, dass es in gute Hände kommt“, sagt er und „droht“ dem neuen Vorsitzenden mit vielen Aktenordnern und USB-Sticks voller Daten, die er nun gerne weitergeben möchte.

Auf den neuen Vorsitzenden wartet viel Arbeit. Durch die monatelange Ungewissheit ging viel Zeit für die Vorbereitung des 43. Kanalfestivals verloren. Das soll nun – nachdem die personellen Weichen neu gestellt worden sind – vom Freitag, 17., bis Sonntag, 19. August, rund um den Dattelner Hafen steigen.

Björn Jadzinski

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