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04.09.2009 | 17:59 Uhr

Jungregisseure drehen wieder ihre Streifen für das Schülerfilmfestival NRW

Schnitt, Klappe, die nächste. In Marl am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) - und nicht nur dort - sind wieder die Jung-Regisseure unterwegs. Denn zum 12. Male steht das Schülerfilmfestival NRW auf dem Programm. Und dafür wird gedreht, was das Zeug hält: Spielfilme, von der Tragödie bis zur Komödie, Dokumentationen, und alles, was sich filmisch irgendwie umsetzen lässt. Immerhin ist das ASG die Keimzelle des „ganz jungen NRW-Films”. Zudem: die Regisseure Sönke Wortmann und Christian Schmidt, beide Grimme-Preisträger, gingen hier zur Schule. Hatten von ihrer Penne bis zu ihrem späteren Ort des Erfolges vielleicht knapp 500 Meter zurückzulegen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Vom 12. bis 19. November findet im Rahmen des Internationalen Kinder- und Jugendfilmfestes Marl wieder das Schülerfilmfestival NRW statt. Schüler aus ganz Nordrhein Westfalen stellen von ihnen selbst hergestellte Filme, Videos oder Animationen vor und diskutieren darüber. Angesprochen sind alle Klassenstufen von 5 bis 13, Arbeitsgemeinschaften, Kurse, Klassen oder Teams aus Schulen.

Und wer noch mit dabei sein möchte, sollte sich sputen. Am 30. September ist Anmeldeschluss. Dann müsser die filmischen Frühwerke eingereicht sein. „Eine Jury, bestehend aus Lehrern, Schülern und Filmprofis wählt dann aus den eingereichten Produktionen diejenigen aus, die im Rahmen des Festivals gezeigt und diskutiert werden”, so Ulrich Schulte-Ebbert, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums. Und dass dieser Wettbewerb mittlerweile seine besondere Stellung hat, zeigt allein die Tatsache, dass beispielsweise Leute wie Dr. Ulrich Spies, Chef des Grimme Preises, oder ein Vertreter des Bischofs von Münster in der Marler Jury sitzen. Sie entscheiden dann, welche Filme auf dem Festival gezeigt werden und welche nicht.

Und das eine in Marl prämierte Produktion auch noch seinen weiteren Weg machen kann, zeigt das Beispiel „Sebastian M.: Schüler”. Der Film, den die Klasse 7 c des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Marl gestaltet hatte, gewann vor zwei Jahren den GEW-Sonderpreis. In diesem Jahr wurde er beim bundesweiten Online-Filmwettbewerb in Freiburg wiederum ausgezeichnet. Ein Indiz dafür, dass das Festival auf einem hohen Niveau stattfindet. Der Film behandelt das Thema „Ausgrenzung” am Beispiel des Schülers Sebastian Micker, der als Neuling in die Klasse kommt und aufgrund seiner Kleidung, seiner anderen kulturellen Gewohnheiten von seinen Mitschülern gemieden wird. Die Gewalt des Ausgrenzens wird über die Stufen Meiden, Schneiden, Ignorieren, über aktives Verlachen und Verunglimpfen bis hin zu echter körperlicher Gewalt glaubhaft und quälend spürbar durchgespielt. Und die Lösung: einfach tragisch.

Peter Kallwitz

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