Das aktuelle Wetter Unser Vest 13°C
Vest

In jedem Fall ist eine Anzeige fällig

19.03.2009 | 18:08 Uhr

Vest. Die Zeit der Trittbrettfahrer ist (fast) vorüber. Ein Dutzend Strafanzeigen gab es seit Freitag im Nachgang des Amoklaufes von Winnenden im Bereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen.

Öffentlich war die Schulschließung in Bottrop für einen Tag, weil ein zwölfjähriger Recklinghäuser sie rein zufällig für die Ankündigung einer Amoktat ausgewählt hatte. 13 Jahre jung ist die tatverdächtige Schülerin, die eine „Todesliste” auf ein Blatt Papier kritzelte und mit Kaugummi an eine Tür in der Mädchentoilette der Hertener Willy-Brandt-Realschule pappte.

Für Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber ist es bezeichnend, dass gerade so junge Menschen zu Trittbrettfahrern werden. „Sie reflektieren ihre Taten nicht. Oft sind sie völlig perplex, wenn die Polizei auftaucht und den PC besschlagnahmt, wenn die Androhung im Internet stand.” Andere Varianten, die angezeigt würden, seien Tischkritzeleien oder SMS. „Viele reagieren nach einem Amoklauf sensibler auf Ankündigungen und teilen sie konsequent mit.” Auch weil die Polizei das fordere. Ähnliche Tendenzen habe es nach den Taten in Emsdetten und Erfurt gegeben, weiß der Sprecher. „Es gab nur anonyme Androhungen. Wer das getan hat, wird von uns erst ermittelt.” Tatvorbereitungen gab es nie.

Trotzdem sind Anzeigen fällig. Etwa nach § 126 StGB, wenn angedroht wird, den öffentlichen Frieden mit einer Straftat zu stören. Darauf steht Gefängnis bis zu drei Jahren. Oft reichen aber Gespräche mit Eltern aus. Wilming-Weber: „Die müssen dann hinterfragen, wie es zu solchen Taten ihrer Kinder kommen kann.”

Friedhelm Pothoff

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Miss Ruhrgebiet 2009
Video
Schönheitswettbewerb
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/523887/create

Aktuelle Fotos und Videos
Canisiusschule feiert Geburtstag
Bildgalerie
Schulfest an Marler...
2. Firmenlauf in Oer-Erkenschwick
Bildgalerie
Spaß-Teamlauf
Aus dem Ressort
Nicht die erste Messerattacke
Polizei sucht Zeugen
Seine Ehefrau Katja W. (33) hat er mit 22 Messerstichen getötet. Er selbst hat sich bei der Tat in der vergangenen Woche so schwer am Arm verletzt, dass er operiert werden musste und nach wie vor im Krankenhaus der Justizvollzugsanstalt Fröndenberg liegt. Am nächsten Mittwoch werden die drei kleinen
CDU fordert Rücktritt des Landrats
Streit um...
Der Druck auf Landrat Cay Süberkrüb (SPD) wächst weiter. Die Kreistags-Fraktion der CDU beschloss am Freitag in einer Sondersitzung einstimmig, für die kommende Kreistagssitzung am 18. Juni einen Antrag einzubringen. Dessen Inhalt: Der Kreistag möge beschließen, den Landrat zum Rücktritt