IG gegründet - Anwohner von Bahnlärm genervt
26.10.2011 | 17:48 Uhr 2011-10-26T17:48:00+0200
Vest.Es rattert und rollt, Bremsen quietschen, der Boden bebt: Seit Jahren schon fühlen sich die Anwohner der Bahnstrecke Hamm-Osterfeld, die sich auch durch weite Teile des Vest zieht, gestört. Tag und Nacht fahren hier die Güterzüge vorbei, bis zu 26 pro Nacht, so die Betroffenen. Um den Protest voranzutreiben, hat sich nun in Herten die Interessengemeinschaft Bahnlärmschutz Hamm-Osterfelder Bahn gegründet. Am Donnerstag, 10. November, findet eine Informationsveranstaltung statt.
Protest regt sich überall entlang der Strecke, und das nicht erst seit gestern. In Oberaden, einem Stadtteil von Bergkamen, setzen sich die Bürger seit nunmehr 39 Jahren für einen aktiven Lärmschutz ein. Bis dato erfolglos. In Hamm-Pelkum erreichten die Betroffenen im vergangenen Jahr immerhin, dass 1,6 Kilometer Bahnstrecke auf Hammer Gebiet ins Lärmschutzprogramm aufgenommen wird.
Allerdings teilte die Bahn bereits mit, dass es sich dabei um mittel- bis längerfristige Planungen handele und mit einer konkreten Umsetzung aktiver oder passiver Schallschutzmaßnahmen in den kommenden Jahren nicht zu rechnen sei.
Mit derartigen Trostpflastern soll jetzt Schluss sein. Mit Hilfe des Frankfurter Fachanwaltes Matthias Möller-Meinecke werden die Anwohner nun rechtliche Schritte einleiten. „Acht Musterklageverfahren sind beim Landgericht Bochum anhängig und weitere 250 Eigentümer von Wohnhäusern mit 600 Bewohnern an der Hamm-Osterfelder Bahn haben ihren nachbarrechtlichen Anspruch auf Schutz gegen Lärm und Erschütterung geltend gemacht“, erklärt Manfred Kitschke, Sprecher der Interessengemeinschaft. Ein Gutachten im Auftrag des Bochumer Landgerichts hat bereits ermittelt, dass der Bahnlärm dreimal so laut wie gesetzlich zulässig ist. Eine Beweisaufnahme der Erschütterungen läuft noch.
Lösungen wären Umbauten am Gleiskörper und weitere Maßnahmen zum Lärmschutz, wie etwa der Bau einer Schutzwand. Natalie Griedl, die als Expertin für Lärmminderung und gesundheitliche Lärmwirkung der Interessengemeinschaft beratend zur Seite steht, betont, dass der ständige Lärm die Gesundheit schädigt: Bluthochdruck, Herz-Kreislaufbeschwerden und Stresssymptome können die Folge sein. „Unerträglich“, nennt Kitschke die Emissionen an der Bahnstrecke und lädt alle Betroffenen entlang der gesamten Strecke ein, die Arbeit der Interessengemeinschaft zu unterstützen.
So findet am Donnerstag, 10. November, um 19 Uhr im Kolpinghaus an der Kolpingstraße 10 in Herten-Westerholt eine Bürgerversammlung statt, in deren Rahmen der Stand der Dinge und weitere Maßnahmen erläutert werden sollen. Bereits von 17 Uhr an stehen Matthias Möller-Meinecke und Natalie Griedl allen Betroffenen für Einzelgespräche, Lärmberechnungen und Beratung zur Verfügung.
0mitdiskutieren