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Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt

06.01.2009 | 16:31 Uhr
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt

Herten/Recklinghausen. Der Äquatorialbogen weist einen erheblichen Riss auf nahe der Kreuzung mit dem Meridianbogen. Offenbar hat eine Baustellen-Schweißnaht den tiefen Temperaturen nicht standgehalten. Das beliebte Ausflugsziel wurde am Dienstag für Besucher gesperrt.

Die Wurzel allen Übels: Der Riss im Rohrbogen. Foto: WAZ, Reiner Kruse

Im November 2008 wurde das Horizont-Observatorium auf der Halde Hoheward eröffnet und hat binnen acht Wochen bereits eine hohe Akzeptanz durch die Menschen im Revier erfahren. Allein zu Silvester begrüßten weit über tausend das neue Jahr in gut 152 Metern Höhe unter dem Kreuz der beiden riesigen, gut neunzig Meter langen Stahlbögen.

Seit Dienstagmittag ist der Bereich rund um das Observatorium gesperrt. Wie lange, das kann Landschaftsarchitekt Christoph Haep (51) vom Regionalverband Ruhr (RVR) beim besten Willen noch nicht sagen. „Von heute auf morgen wird es aber sicherlich nicht behoben sein.” Der Grund: Der Äquatorialbogen weist in unmittelbarer Nähe zur Schnittstelle mit dem Meridianbogen in etwa 20 Metern Höhe einen erheblichen Riss (geschätzt: die Hälfte des Rohrdurchmessers) an einer Schweißnaht auf. Die wahrscheinliche Ursache: Die Eisschrank-Temperaturen in der Nacht zum Dienstag. „Gut und schön, passieren darf das aber trotzdem nicht”, stellt Haep klar.

Das Horizont-Observatorium auf der Halde Hoheward. Foto: WAZ, Reiner Kruse

Entdecker des Schadens war ein Spaziergänger am Morgen danach. Der fotografierte die malade Stelle sogar und schickte der Stadt Herten um 9.30 Uhr eine E-Mail mit Anhang als Beleg. Der RVR wurde umgehend informiert und ergriff die weiteren Maßnahmen. Die Halde gehört zum Landschaftspark Emscherbruch, der wiederum sein Baby ist und in den er inklusive Observatorium und benachbarte Sonnenuhr in den ersten beiden Abschnitten gut 20 Millionen Euro investiert hat.

Wie der Riss entstanden ist, das ist derzeit noch das große Rätsel, das gelöst werden will. „Die Schweißnähte sind alle geprüft worden von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Duisburg”, erläutert Christoph Haep. Die schickte gestern prompt ein Team nach Herten, das beteuerte, eine Erklärung so auch nicht parat zu haben. „Auf die Schnelle geht das nicht”, sagt einer der Mitarbeiter. Per Autokran wolle man sich die Bruchstelle aus der Nähe anschauen, um die Lösung zu finden. „Wir haben damals alles überprüft. Die Nähte und das Material. Alles sollte wesentlich härteren äußeren Bedingungen standhalten können.” Auch die Baustellen-Schweißnaht, die gerissen ist.

Experten begutachten den Schaden am Äuatorialbogen. Foto: WAZ, Reiner Kruse

Für die nächsten Tage heißt das: Ein Sicherheitsdienst, der das Areal gestern Mittag per Flatterband absperrte, wird dafür Sorge tragen, dass die Spaziergänger sich nicht mehr unter den Bögen aufhalten. Haep: „Die werden Tag und Nacht hier sein.” Denn: Sicher sei sicher. Doch selbst wenn die Naht ganz gerissen wäre, sagt Projektbetreuer Haep, wäre der Bogen wohl nicht zu Boden gestürzt. „Das Fundament ist so stabil, dass er sich zwar unter der Last beugen würde, mehr aber nicht.” Immerhin wurden pro Verankerung neun Bohrpfähle 18 Meter tief gesetzt – und für die Festigkeit besonders viel Eisen verarbeitet.

Das Horizont-Observatorium auf der Halde Hoheward im November 2008. Foto: Hans Blossey

Abgebaut, sagen die Duisburger Experten, müsse der Bogen auch nicht werden. Der Schaden könne mittels Elektroden-Schweißen auch so repariert werden. Und die Kosten? Die verursachen beim RVR nur ein müdes Lächeln. „Das fällt unter Gewährleistung”, weiß Christoph Haep und sieht die ausführende Münchner Firma Maurer und Söhne in der Verantwortung.

„Neue Horizonte – Landschaftspark Emscherbruch”

... ist die Bezeichnung für ein Projekt, mit dem der Regionalverband Ruhr, die Städte Herten und Recklinghausen sowie die Deutsche Steinkohle mit weiteren Partnern, das Gebiet zwischen der A2 im Norden und der Emscher im Süden neu gestalten.

Mittelpunkt ist die Bergehalde Hoheward, die rund 160 Hektar umfasst und die neben zahlreichen Mountainbikern durch die Horizontal-Sonnenuhr und das „Horiziont-Observatorum viele, viele Besucher gerade bei schönem Wetter aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland anlockt.

Mit Flatterband sperrten Mitarbeiter des RVR am Dienstag das Plateau unter den großen Stahlbögen ab. Foto: WAZ, Reiner Kruse

Das Horizont-Observatorium besteht aus einer kreisrunden Ebene mit einem Durchmesser von 80 Metern und zwei großen Bögen von 43 Metern und 45 Metern Radius, die diese Ebene überspannen.

Die Ebene wiederum steht senkrecht zur Lotrichtung und bildet damit einen perfekten mathematischen Horizont für einen in der Mitte postierten Beobachter.

> Fotostrecke: Frostschaden

Friedhelm Pothoff

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Kommentare
08.05.2010
11:45
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von blumenboxer | #10

vielleicht waren ja die Schwingungsdämpfer auch zu wenig, oder zu klein berechnet. Wenn man liest das das Teil über einen halben meter schwingt, fragt man sich doch eher ob die Statik überhaupt richtig brechnet wurde??? Ich glaube nicht das dies an der Firma lag die das Ding gebaut hat.

24.01.2009
16:14
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von Ruhrpottmann | #9

Hey, Leute, so étwas kann doch mal passieren! Schließlich wurde ein Unternehmen zur Errichtung der Anlage mit den besten Referenzen bestellt: ICE Achsproduktion, Bau der Tribüne Preußen Münster, Kraftwerk Korschenbroich...

Okay, kleiner Scherz. Aber ich dachte mir, bei soviel Schwachsinnskommentare kann ich auch mal eins hier absetzen! Sorry denen, die Ahnung von dieser Materie haben!

19.01.2009
17:04
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von amesbury | #8

Was solls Stonehenge hat ja auch nicht ewig gehalten ... so ca. 3000 Jahre nur ... ist nun mittlerweile auch ziemlich marode geworden - war aber auf jeden Fall ein wenig länger intakt ... plädiere für Druiden nach Thyssen-Krupp!

18.01.2009
11:41
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von Markus Nielbock | #7

Die Schwingungen sind vorab so einberechnet worden. In den Röhren eingebaute Schwingungsdämpfer sollen diese beschränken. Eine starre Konstruktion wäre äußerst instabil. Die Konstruktion der Bögen ist vorab mit mathematischen Modellen, wie auch im Brückenbau üblich, ausgiebig simuliert worden. Eine mehrfach überhöhte Sicherheitsmarge ist einberechnet.

15.01.2009
20:47
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von rs | #6

Als ich am 30.12. spät nachmittags dort oben war, hat die gesamte Konstruktion extrem stark geschwungen. Der stetige Wind zu dem Zeitpunkt muss Schwingungen ziemlich nah an der Resonanzfrequenz der Bögen erzeugt haben. Der Meridianbogen hat zu der Zeit in seiner Mitte sicherlich um einen halben Meter in der Vertikalen geschwungen und der Äquatorialbogen hat auch heftig geschwungen. Da hab ich mich schon gefragt, ob bei der Konstruktion die Resonanzfrequenz in die Planung mit einbezogen wurde ...
In Kombination mit den Temperaturen ist das sicherlich eine erhebliche Belastung.

@John Carrington: TPV und ruppi verwechselt.

11.01.2009
11:24
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von John Carrington | #5

mit popeligen Stahlbau...zu Presentieren?

vielleicht kann TPV noch in die Röhre schauen, jedoch sachlich und moderat zu einem Thema Stellung nehmen kann er nicht....Deutsch übrigens auch nicht!

08.01.2009
18:17
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von ruppi | #4

#3TPV
Wer lesen kann ist immer im Vorteil. Nur zur Information: ich habe über 30 Jahre im Rohrleitungsbau gearbeitet und mich nicht nur..... mit den popeligen Stahlbau abgegeben und habe auch genügend Erfahrungen gesammelt, um diesbezüglich meine Meinung zu Presentieren.

07.01.2009
16:31
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von TPV | #3

Richtigstellung:
Der vorherige Kommentar wurde nicht von TÜV erstellt sondern von mir als Privatperson. Im angegebenen Namen ist mir ein Tippfehler unterlaufen. Mein kürzel TPV

07.01.2009
15:04
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von TÜV | #2

Der Kommentar von Ruppi zeigt, dass er absolut keine Ahnung vom Stahlbau hat. Der TÜV war für dieses Projekt gar nicht zuständig und es gibt auch keine Anforderung für einer Einzelabnahme für Stahlbautprodukten. In erster Linie ist der TÜV anerkannte Stelle für Autos und Druckbehälter. Man kann schließlich nicht alle Prüforgane mit TÜV titulieren.
Zitat ruppi
Das billigste Material, die billigste Firma und natürlich noch die billigsten Arbeitskräfte
ist wieder typisch für alle die es besser wissen und können, hauptsache einen blöden Kommentar abgelassen.

07.01.2009
08:15
Horizontobservatorium auf Halde Hoheward abgesperrt
von ruppi | #1

Ja, der Schuldige ist schon gefunden. Die Kälte.....
was für ein Blödsinn.
Für mich ist das nichts neues, heute darf alles nichts mehr kosten. Das billigste Material, die billigste Firma und natürlich noch die billigsten Arbeitskräfte.
Vielleich hatte der Statiker einen im Tee, der Schweißer keine TÜV - geprüften Papiere...?
Wurde dieses Denkmal, das man ja für die Ewigkeit gebaut hatte überhaupt vom TÜV geprüft?????????????????????

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