Das aktuelle Wetter Unser Vest 15°C
Stadtwerke

„Hertenfonds“ neu aufgelegt

17.08.2012 | 23:00 Uhr
„Hertenfonds“ neu aufgelegt
Foto: Stadt Herten

Herten.   Zeichnungsfrist beginnt am 1. September. Schon jetzt haben die Stadtwerke Reservierungen von rund acht Millionen Euro

Im Sitzungssaal der Stadtwerke Herten hängen Pläne zum städtischen Klimakonzept 2020 aus. Das Maßnahmenpaket dafür ist geschnürt, die Finanzmittel zur Umsetzung für ein besseres Stadtklima können die Bürger selbst stellen. Bereits zum dritten Mal legen die Stadtwerke Herten den „Hertenfonds“ auf. Die Zeichnungsfrist für die „Energie“-Anteile beginnt am 1. September 2012 und endet am 30. November 2012. Zeichnen können nur Kunden der Stadtwerke Herten.

Nach gestrigem Stand liegen den Stadtwerken bereits Reservierungen in Höhe von 8,3 Millionen Euro vor. Anleger, die schon Anteile an dem 2002 gegründeten „Hertenfonds classic“ haben (der nach zehn Jahren ausläuft), wurde ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Ansonsten gilt das Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, wird zuerst bedient. „Aber wir führen ein Warteliste“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Kerstin Walberg.

Stadtwerke arbeiten wirtschaftlich

„Dass sich erneut so viele Kunden für den Hertenfonds interessieren, ist ein Zeichen des großen Vertrauens in unsere Stadtwerke“, sagt Bürgermeister und Stadtwerkeaufsichtsratsvorsitzender Dr. Uli Paetzel bei der Vorstellung des neuen Fonds, den die Finanzaufsicht BaFin frei gegeben hat. 7,3 der 10 Mio Euro aus dem ersten „Hertenfonds“ wurden von den Kunden in den neuen Fonds reinvestiert. Paetzel zollt der Stadttochter großes Lob: „Die Stadtwerke haben die Aufgabe wirtschaftlich zu arbeiten; das tun sie seit Jahren erfolgreich mit Eigenkapital und ohne Kredit von den Banken.“

Ein Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz mag die Anleger locken, überzeugen tut sie jedoch der feste Jahreszinssatz von 4,25 Prozent. Die Anleger profitieren von dem hohen Zinssatz, die Stadtwerke von dem Bürgergeld. „Es ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation“, sagt Jochen Krämer, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke.

Die „Hertenfonds“-Gelder fließen in Projekte, die den Aufbau regenerativer Energien fördern. So sehen die derzeitigen Planungen beispielsweise die Fortführung des Off-Shore-Projektes Borkum-West im zweiten Bauabschnitt vor. Darüber hinaus sollen die „Hertenfonds“-Mittel in On-Shore-Projekte im Kreis Recklinghausen, in das Repowering der Ruhrwindanlage auf der Halde Hoppenbruch oder auch in der Beteiligung am Gas- und Dampfkraftwerk in Krefeld-Uerdingen fließen. Für Borkum-West, Hoppenbruch und Krefeld steht allerdings noch das Votum der politischen Gremien aus. „Es ist wichtig, dass die Stadtwerke gesund sind“, so Paetzel. Sie finanzieren u.a. das Freizeitbad Copa Ca Backum und die Parkhäuser.

Mit den Investitionen in regenerative Energien folge man auch politischen Vorgaben, so Bürgermeister Paetzel. „Unser Strom ist hundert Prozent atomstromfrei und hat nur einen kleinen Anteil von Kohlestrom, den wir aber selbst nicht produzieren.“

Enger Kontakt zum Kunden

Am Rande: Für die „Hertenfonds“-Teilhaber bieten die Stadtwerke einmal im Jahr eine Besichtigungstour an, um den Kontakt zu den Kunden zu halten. Im Übrigen gilt: „Wenn ein Kunde am Telefon ist, wird er nicht an den Sachbearbeiter weitergeleitet, sondern wir lösen das Problem“, so Krämer.

Die Kundenbindung in Herten liegt bei über 90 Prozent. Aktuell haben die Stadtwerke 43 000 Stromkunden, davon beziehen rund 13 000 auch Gas. „Wir haben mehr Kunden in der Region gewonnen, als wir in Herten verloren haben“, so Thorsten Rattmann, Markt-Bereichsleiter bei den Stadtwerken. Vor der Liberalisierung des Strommarktes zählte der Versorger 38 000 Kunden.

Von Irene Stock


Kommentare
Aus dem Ressort
Public Viewing - wo das Ruhrgebiet die Fußball-WM feiert
Public Viewing
Essener und Gladbecker feiern in Hallen, Bochumer und Recklinghäuser draußen. Die meisten Großveranstaltungen zur Fußball-WM sind nun angemeldet. Beim Lärmschutz gibt es kaum Probleme. Jugendliche brauchen allerdings bei Spielen mit Anpfiff um 21 Uhr eine Begleitperson. Ein Public Viewing-Überblick.
Mann erbeutet Hunderte Schmuckstücke - Polizei sucht Opfer
Diebstahl
Mehr als 300 Schmuckstücke hat ein 51-jähriger Gelsenkirchener bei Wohnungseinbrüchen gestohlen. Neben Ketten, Ringen und Armbanduhren ließ der Mann auch Kameras und Werkzeuge mitgehen. Das Diebesgut stammt wohl aus Gelsenkirchen und aus Nachbarstädten. Die Polizei sucht nun nach den Geschädigten.
Fleischwolf trennte Supermarkt-Angestellter die Hand ab
Unfall
Schlimmer Zwischenfall in einem türkischen Supermarkt an der Bahnhofstraße in Marl. Mittwochvormittag geriet eine Angestellte mit der Hand in einen Fleischwolf. Die Hand wurde dabei abgetrennt. Erst die Feuerwehr konnte die schwer verletzte Frau befreien.
Vestische investiert 5 Millionen Euro in klimaschonende Busse
Nahverkehr
Fünf Millionen Euro hat das Verkehrsunternehmen für 20 neue Linienbusse im Dienst der „grünen Flotte“ ausgegeben. Die neuen Fahrzeuge, die auch in Gladbeck eingesetzt werden, zeichnen sich durch weniger Verbrauch und geringeren Schadstoffausstoß aus
Grimme-Preisträger gehen auf Tuchfühlung mit den Fans
Grimme-Preis
Der Grimme-Preis ist 50 Jahre alt geworden und hat seit 1964 mehr als 500 Auszeichnungen vergeben. Zur Geburtstagsgala sind zwölf hinzugekommen. Künstler Günther Uecker hat zum Jubiläum ein Medienobjekt gestaltet. Auch Bundespräsident Gauck kam nach Marl.
Fotos und Videos
Haltern aus der Luft
Bildgalerie
von oben
Sprengung des Förderturms Herten
Bildgalerie
Sprengung
Die Wildpferde sind los
Video
Naturspektakel
Installationen von Young-Jae Lee
Bildgalerie
Schiffshebewerk
Top Artikel aus der Rubrik