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Herten: Evangelische Gemeinden üben den Schulterschluss

06.02.2012 | 18:12 Uhr
Herten: Evangelische Gemeinden üben den Schulterschluss

Herten.Die vier evangelischen Kirchengemeinden der Stadt rücken zusammen. Beim ersten gemeinsamen Presbytertag in Coesfeld wurden Grundlagen für eine verbindliche Kooperation gelegt.

Rückläufige Gemeindegliederzahlen und knappe Finanzen drücken alle Gemeinden, in Langenbochum/Scherlebeck und Westerholt/Bertlich kommen Personalengpässe durch unbesetzte Pfarrstellen und Krankheit hinzu. Die Gemeinden Herten und Disteln helfen zwar mit Vertretungsdiensten, langfristige Sicherheit schafft dies indes nicht.

Vor diesem Hintergrund wurde vor gut einem Jahr bereits über die Großfusion zu einer Stadtgemeinde diskutiert, für die sich jedoch keine Mehrheit in den Presbyterien fand. Seither hat ein mit Vertretern aller vier Gemeinden besetzter „Perspektivausschuss“ nach Wegen zu Annäherung und neuen Strukturen gesucht. Mit Erfolg: Beim Presbytertag in Coesfeld sprachen sich alle „Gemeindeältesten“ dafür aus, den bisher mit geringen Kompetenzen ausgestatteten Gemeindeverband Herten zu stärken und einen Kooperationsvertrag auszuarbeiten, in dem die vier Gemeinden ihre künftige Zusammenarbeit verbindlich regeln wollen.

Dem besseren Kennenlernen diente der kreative Teil der Veranstaltung: Zum Thema „Woran unser Herz hängt“ hatte jede Gemeinde eine Holzkiste gestaltet, um sich damit den Nachbarn vorzustellen. „In unseren Gemeinden gibt es viele unterschiedliche Akzente und einen großen Reichtum an ehrenamtlichem Engagement“, bilanzierte ein Teilnehmer das bunte Resultat. Der Tag habe das Wissen voneinander und das gegenseitige Verständnis gefördert.

Nun aber beginnt die Arbeit erst richtig. Wie die pastorale Versorgung in Herten gewährleistet werden soll, wie Gemeindebriefe und -büros gemeinsam organisiert und weitere Einsparmöglichkeiten genutzt werden können, muss nun im Detail verhandelt werden. Viel Konfliktpotenzial also. Ein Presbyter: „Wir können vieles mit dem Kopf regeln, aber wir müssen auch die Herzen mitnehmen, denn die Menschen sehen ihre jeweilige Gemeinde als ihre Heimat.“

Die evangelischen Gemeinden in Herten haben zusammen fast 20 000 Mitglieder; Herten: 6900, Disteln: 3500, Langenbochum/Scherlebeck: 4700, Westerholt/Bertlich: 4600. Insgesamt sind zurzeit sieben Pfarrstellen besetzt, in Westerholt/Bertlich und Langenbochum/Scherlebeck gibt es Vakanzen.

Redaktion

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