Helm-Tausch
03.06.2011 | 17:36 Uhr 2011-06-03T17:36:00+0200
Oer-Erkenschwick.Sportlich gesehen ist es um den ehemaligen Weltklasse-Triathleten Andreas Niedrig etwas ruhiger geworden. Zu tun hat er allerdings eine Menge.
Insbesondere wenn der 43-Jährige an seinem Drogen-Präventionsprogramm für junge Menschen arbeitet. Deshalb verschob sich immer wieder der Besuch der Feuerwache seiner Heimatstadt, um einen lang angekündigten Austausch eines US-amerikanischen Feuerwehrhelms vorzunehmen.
Dass dieser Feuerwehrhelm natürlich irgendwie mit sportlichen Aktivitäten Niedrigs zusammenhängt, ist quasi selbstverständlich: Vor knapp einem Jahr nahm er an dem Radrennen „Race across America“ in einem Viererteam teil. Damals sammelte er mit seinen Kollegen beim RTL-Spendenmarathon 50 000 Euro für den guten Zweck. Als sie bereits fünf Tage „nahezu ohne Schlaf“ auf der von der Westküste zur Ostküste führenden Strecke unterwegs waren, machten sie in Solsberry an einer Feuerwache Station.
Gegengeschenk
Dort hatte das Quartett bereits etwa drei Viertel der 4800 Kilometer langen Tort(o)ur hinter sich gebracht. „Der Wachleiter kam heraus. Wir kamen ins Gespräch. Wir durften die Duschen in der Wache nutzen und uns endlich ein wenig erholen. Danach erzählte ich von unserer Oer-Erkenschwicker Feuerwehr, die eine große Feuerwehrhelm-Sammlung hat. Ohne nur eine Gegenleistung einzufordern, gaben sie mir einen Helm mit“, so Andreas Niedrig. Der verstaubte über Monate in Niedrigs Keller, weil „ich eben so viel zu tun hatte“.
Apropos Arbeit: Mittlerweile ist der Oer-Erkenschwicker ein gefragter Referent und Motivationstrainer in Wirtschaftskreisen, verdient damit hauptsächlich sein Geld, arbeitet aber weiterhin mit Jugendlichen zusammen, um vor den Gefahren der Drogensucht zu warnen. Er selbst war jahrelang hochgradig heroinabhängig, schaffte den Absprung durch seinen Sport, den Triathlon. Der Kinofilm „Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“ erzählte seine Lebensgeschichte, in allen Medien war er vertreten.
Demnächst wird der US-Feuerwehrhelm eine andere Seite von Niedrig erzählen – und der Oer-Erkenschwicker Feuerwehrhelm, den er von Löschzugführer Peter Duscha als Gegengeschenk für die US-amerikanische Wache erhalten hat. In einem neuen Kinofilm – Arbeitstitel „Traumwärts“ –, der im November oder Dezember im Kino anlaufen soll, will Niedrig Geschichten erzählen, die er von und mit anderen Menschen erlebt hat. „Es wird keine weitere Biografie geben, denn über mein Leben ist schon alles erzählt worden“, so Niedrig. Dazu zählt natürlich auch der herzliche Empfang in Solsberry. Und das nächste Zusammentreffen, denn der Oer-Erkenschwicker wird um den 21., 22. Juni wieder vor Ort sein, weil er ab dem 15. Juni erneut am „Race across America“ teilnehmen wird. Dieses Mal als Solofahrer. Und sollte er die Stadt im Staate Indiana erreichen, wird der Oer-Erkenschwicker Helm einen Ehrenplatz bei der „Eastern Fire-Rescue 337“ finden.
Eine Prognose will der 43-Jährige nicht abgeben: „Wenn man als Solofahrer durchhält, bedeutet das schon fast sicher eine Top-Ten-Platzierung.“ Aus Erfahrung weiß er, dass nur ein Bruchteil der rund 50 Teilnehmer durchhalten wird.
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