Heartbreak Hotel
25.01.2008 | 21:46 Uhr 2008-01-25T21:46:58+0100Vor einem Vierteljahrhundert stieg im Recklinghäuser Capitol-Theater die Welt-Premiere von "Die Heartbreakers".Volles Haus, und bei der "After-Show-Party" in der Altstadtschmiede ging ebenfalls die Post ab
VOR 25 JAHREN SPEZIAL Recklinghausen. Dinge gibt's, die sind untrennbar miteinander verbunden, die wirken auch nur, wenn sie zusammen auftauchen. Das Salz und die Suppe, Frau Babbich und Frau Strubbelich, Fischer und Abramczik oder Lolek und Bolek. Bei Musik ist das ähnlich.
Lennon gehörte stets zu McCartney, Deep ohne Purple hätte sich irgendwie beknackt angehört, und denkt man über den Beat der Sechziger Jahre und die Festivals in Deutschland nach, dann steht irgendwann zwangsläufig auch mal die Vestlandhalle in Recklinghausen im Mittelpunkt.
Die Kinks, neben den Beatles, den Stones und den Who damals die ungekrönten Könige der Szene, waren in Rocklinghausen, im Vorprogramm schüttelten sich die Lords Knaller wie den "Poor Boy" aus dem Ärmel.
Yeah, Yeah, Yeah!
Irgendwann, gut ein Dutzend Jahre und mehrere Musikstilepochen später, da ließ sich der Beat aber noch einmal in Recklinghausen sehen - kurz und knackig. Schon die Dreharbeiten zu "Die Heartbreakers" zogen 1982 allerlei Kreise. Und Ende Januar 1983 dann feierte der Film von Peter F. Bringmann eine viel beachtete Weltpremiere. Wo? Ja sicher, in Recklinghausen. Im Capitol an der Dortmunder Straße, natürlich vor ausverkauftem Haus, mit ein paar Stars und ein paar Sternchen und 'ner anschließenden Fete in der Altsstadtschmiede. Heute würde man wohl After-Show-Party sagen.
Drei Jahre zuvor hatte Regisseur Bringmann mit "Theo gegen den Rest der Welt" einen echten Knaller hingelegt und geholfen, die Karriere von Marius Müller-Westernhagen anzuschieben. Aber auch die Geschichte über die Beat-Szene im Ruhrgebiet, über die in und um Recklinghausen hatte jede Menge Charme. Die Kritiker überschlugen sich zwar nicht gerade vor Enthusiasmus, letztlich aber gewann das Werk 1983 den Deutschen Filmpreis in Silber und den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsproduktion. Geht doch.
Lokalkolorit spielte auch eine Rolle. Der Hertener Hartmut Isselhorst gab den Guido, den ständig zugedröhnten Gitarristen der Band, einen kurzen, aber unvergessenen Auftritt legte auch Reporterlegende Werner Hansch hin. Sehr urig zudem der erste Gig der Band vor Tanztee-Publikum in der Biedermann-Pinte Seeklause in Haltern am See, das sich den Zusatz "am See" damals noch verkneifen konnte.
Uwe Bohm als Schmittchen, Manager Pico, Frontmann Freytag, dessen unerfüllte Liebe zu Lisa alias Maria Ketikidou und nicht zuletzt ihr Filmvater, der unvergleichliche Rolf Zacher. Die Besetzung passte, die Zutaten stimmten auch - und die, die aus Recklinghausen oder Umgebung kamen und sich mitunter bei stundenlangen Drehs als Statisten die Seele aus dem Leib kreischten, waren ohnehin nicht zu bändigen.
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