Das aktuelle Wetter Unser Vest 22°C
Standorterweiterung auf der Zeche Waltrop

Hase dreht am Rad

21.11.2008 | 15:01 Uhr

Waltrop. Auszeichnungen, wie der Vestische Unternehmerpreis 2007, stehen im Tresor. Nicht weil sie einen hohen materiellen Wert besitzen. Nein. Die Tür steht ohnehin offen.

Marec Hase am Konstruktions-PC. Foto: Nikos Kimerlis

Der Stahlschrank gehörte früher einmal dem Vater von Marec Hase (37). „Wir haben ihn im Garten meiner Schwiegermutter entdeckt und zweckentfremdet”, verrät Kirsten Hase mit einem Lächeln. Auch für sie war dieser 20. November 2008 ein besonderer Tag: Zum einen feierte das Unternehmen Hase-Bikes den Baubeginn eines neuen Firmengebäudes auf dem Gelände der Zeche Waltrop, zum anderen wurde die Chefin 37 Jahre alt.

Der Gewerbepark ist ein Juwel für die Stadt. Er besitzt einen sehr hohen Stellenwert mit Blick auf weitere Ansiedlungen, verrät Wirtschaftsförderer Burkhard Tiessen. Angesichts des Denkmalschutzes darf an diesem besonderen Ort aber nur unter Einhaltung ganz bestimmter Auflagen gebaut werden, um den Charakter nicht zu verfälschen.

So soll neue, multifunktionale Gebäude aussehen.

Dafür jemanden zu finden, ist nicht leicht. Dass es mit der boomenden Manufaktur für Spezialräder (das sind diese Zwei- und Dreirad-Varianten, die man nahezu liegend fährt) jetzt ein Unternehmen wagt, das nicht nur schon seit dem Jahr 2001 in Waltrop ansässig , sondern bereits in einer Zechenhalle zuhause ist, freut Bürgermeisterin Anne-Heck-Guthe (SPD) umso mehr. „Ich verspreche mir eine Sogwirkung. Wenn erst mal einer da ist, kommen auch andere. Das war schon damals so, als wir die alten Zechengebäude vermarktet haben.”

Für das Ehepaar Kirsten und Marec Hase ist der Neubau ein weiterer Schritt, dem wachsenden Erfolg des Unternehmens Rechnung zu tragen. 1994 begann der Diplom-Ingenieur und Feinmechaniker in einer Bochumer Garage mit seinem Spezialräder-Projekt. Vor sieben Jahren stand der Wechsel nach Waltrop an. „Und das war damals viel aufregender für uns, als das neue Vorhaben – so schön auch das ist”, sagt Kirsten Hase, zugleich Marketing-Chefin bei Hase-Bikes.

Heute investiert die Firma 800 000 Euro in einen dreigeschossigen Neubau auf rund 2000 Quadratmeter Fläche, hat 30 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende – und brummt. „Derzeit liegt der Netto-Umsatz bei rund drei Millionen Euro”, skizziert Marec Hase, gerade erst von der Messe Inter-Bikes in Las Vegas (Nevada/USA) zurückgekehrt, den Erfolg in Zahlen.

Info
Besondere Auflagen

Rund 25 000 qm umfasst die Freifläche auf dem Gelände der Zeche Waltrop. 2000 qm hat Hase-Bikes, die Manufaktur für Spezialräder, erworben, um ihren Standort mit einem multifunktionalen Gebäude zu erweitern.

Das Besondere: Wer hier baut, muss Auflagen einhalten. Drei Geschosse (elf Meter Höhe) sind vorgeschrieben, eine Dachbegrünung und vieles mehr. Der Quadratmeterpreis liegt bei 55 Euro. Die Planung für Hase hat das ebenfalls auf dem Zechengelände angesiedelte Architektenbüro Blanc & Mecklenburg übernommen.

Im Internet gibt es Wissenswertes unter den Adressen:

www.hase-bikes.com

www.plankonzept.com

www.waltrop.de/wirtschaft

Dafür steht die Manufaktur ebenfalls: für den Export in die Welt. „15 bis 20 Prozent unserer Produktion gehen in die USA und nach Kanada. Dort haben wir einen echten Importeur”, berichtet der Chef, der von sich tatsächlich behaupten kann, eine Marktlücke erkannt und genutzt zu haben. Nach England und Norwegen werden die Räder geliefert. Der Markt in Frankreich wächst und gedeiht kräftig – und, ja, natürlich sei der Löwenanteil der Fertigung für den deutschen Markt, für den Fachhandel bestimmt, sagt Marec Hase. Dass sein Unternehmen längst nicht am Ende der Möglichkeiten angekommen ist, darauf setzt der Macher. „Ich sehe noch viele Potenziale, viele Ansätze für neue Kundenkreise.”

Ein neues Projekt sei beispielsweise der Trike-Parcours, den man gemeinsam mit dem Waltroper Unternehmen „On the Rock” (engl.: auf dem Berg) angehe. Und wenn der innovative Fahrradbauer an die letzte ExtraSchicht zurückdenkt, dann gerät er heute noch richtig ins Schwärmen.

Fotostrecke:

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/waltrop/2008/11/21/news-92688322/detail.html

Friedhelm Pothoff


Kommentare
Aus dem Ressort
Zuckermais in Herten selber pflücken – einfach süß
Landwirtschaft
Ein neuer Trend: Dass große Zuckermais-Schild vor der Einfahrt zum Hof Feldhaus an der Hertener Straße/Ecke Ebbelicher Weg in Westerholt macht es deutlich: Nach der Erdbeer-Saison beginnt jetzt die Zuckermais-Saison. Es darf gepfückt werden.
Polizei in Recklinghausen warnt vor falschen Wasserwerkern
Kriminalität
Sie gaben vor vom Wasserwerk zu sein und in die Wohnung zu müssen. Mit dieser dreisten Masche verschafften sich Täter Einlass in die Wohnung von zwei Seniorinnen in Gladbeck und in Recklinghausen - und bestahlen sie. Die Polizei nimmt diese beiden Fälle zum Anlass einige Verhaltenstipps zu geben.
Minenjagdboot „Herten“ empfängt Gäste aus Westerholt
Reservisten
Der Jahresausflug der Reservistenkameradschaft Westerholt zum Minenjagdboot „Herten“, das in Kiel vor Anker liegt, war so eindrucksvoll wie abwechslungsreich. Elf Kameraden und zwei Förderer machten sich auf, um das Patenboot der Stadt Herten zu besuchen.
Blitzeinschlag in Düsseldorfer Feuerwache - Straßen geflutet
Wetter
Ausgerechnet in die Feuerwache in Düsseldorf ist am Montag der Blitz eingeschlagen. Zudem mussten mehrere Straßen in der Nähe, darunter eine Bundesstraße, wegen Überflutung gesperrt werden. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen.
Karstadt-Mitarbeiter wegen Sparkurs erneut in Angst
Karstadt
Die erneuten Spekulationen über die Zukunft von Karstadt sorgt bei den Mitarbeitern für tiefe Verunsicherung. Nach dem plötzliche Abgang von Chefin Sjöstedt kündigte Aufsichtsratschef Fanderl einen harten Sparkurs an. Einzelne Häuser im Ruhrgebiet standen schon mehrfach auf der Streichliste.
Fotos und Videos
Haltern aus der Luft
Bildgalerie
von oben
Sprengung des Förderturms Herten
Bildgalerie
Sprengung
Die Wildpferde sind los
Video
Naturspektakel
Installationen von Young-Jae Lee
Bildgalerie
Schiffshebewerk