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Haltern am See machen „Fahrradleichen“ zu schaffen

04.04.2013 | 20:00 Uhr
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Haltern am See machen „Fahrradleichen“ zu schaffen
An der Radstation am Halterner Bahnhof stehen zahlreiche Räder, die nicht mehr benutzt werden.Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool

Haltern am See.   20 bis 30 Fahrräder gammeln vor der Radstation in Haltern am See vor sich hin. Obwohl sie vermutlich niemals mehr gefahren werden - Sättel sind geklaut, die Reifen platt und die Lenker verrostet - darf sie die Stadt nicht einfach aussortieren. Parkregeln für Räder sind eine rechtliche Grauzone.

Die Seestadt ist eine fahrradfreundliche Stadt. Viele Halterner fahren Fahrrad aus Überzeugung. 300 Kilometer Radwege durchziehen die Stadt. Um die Innenstadt führt ein Fahrradstraßenring. Einbahnstraßen sind für Fahrräder grundsätzlich frei. Viele Auspendler kommen mit dem Rad zum Bahnhof. Dort gibt es 585 Fahrradabstellplätze.

„Damit ist die Anlage eine der größten in Nordrhein-Westfalen“, sagt Baudezernent Wolfgang Kiski. Nicht eingerechnet sind die 150 Stellplätze für Fahrradtouristen sowie 100 „diebstahlsichere“ in der von der Caritas-Jugendwerkstatt betriebenen Radstation. „Leider ist die Nachfrage sehr verhalten“, sagt Michael Kienzel, Leiter der Radstation.

Zu schaffen machen der Stadt die vielen „Fahrradleichen“ vor der Radstation. 20, 30 Räder gammeln vor sich hin, nehmen Platz weg. Die Stadt darf allerdings nicht ohne weiteres aussortieren, auch wenn der Sattel geklaut, die Räder platt und der Lenker verrostet ist.

Parkregeln für Fahrräder sind rechtliche Grauzone

„Das Problem ist, dass es in der Straßenverkehrsordnung keine Parkregelung für Radfahrer gibt. Es ist eine rechtliche Grauzone“, sagt Thomas Gerlach von der Stadtverwaltung. Das städtische Ordnungsamt könne nur aktiv werden, wenn offensichtlich sei, dass „das Eigentum aufgegeben wurde“. Heißt: Die Stadt müsste mit Hilfe von Fotos dokumentieren, dass die Räder nicht mehr genutzt werden. „Aber das ist personell nicht zu stemmen.“ Außerdem habe die Stadt kein Zwischenlager für herrenlose Räder.

Hintergrund der Vorsicht ist, dass Fahrradbesitzer erfolgreich gegen die Städte, u. a. Münster/W., geklagt haben, dass diese sich an fremdem Eigentum vergriffen hätten.

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