Haftungsansprüche werden nun doch geprüft
01.02.2010 | 18:14 Uhr 2010-02-01T18:14:00+0100
Das mit Sprengstoff versetzte Grundwasser in Teilen von Haltern steht unter Beobachtung
Vest/Haltern am See. Nun sollen doch Haftungsansprüche geprüft werden. Der Kreis will nicht allein auf den Kosten durch die Grundwasserbelastung durch TNT-Sprengstoffe in Haltern am See sitzen bleiben.
Dies teilte gestern Karl-Heinz Reckert von der unteren Bodenschutzbehörde im Kreistag mit. Dort war der Erlass, der die Grundwassernutzung in Sythen-Lehmbraken zum Schutz der Bevölkerung verbietet, ein Thema.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden auf dem Gelände der Spengstofffabrik Wasag-Chemie große Mengen Sprengstoffe mit dem Abwasser ins Grundwasser geleitet. Seitdem wandern die Schadstoffe sehr langsam aber sicher Richtung Stausee.
Entdeckt wurde die Belastung Anfang der 90-er Jahre. Schon damals warnte der Kreis vor der Entnahme des Grundwassers. Im Herbst '09 brachten Wasserproben eine erhebliche Kontaminierung des Wassers zu Tage. Eine Entwicklung, die sich die Experten nicht so recht erklären können. Daraufhin wurden neben dem Wasserentnahmeverbot - Appelle hatten nichts genutzt - weitere Bohrungen und Mess-Stellen angeordnet.
Die Kosten nach dem Verursacherprinzip zu verteilen, gestaltet sich schwierig. Der Bund hafte nicht mehr für diese Kriegsfolgen, die Wasag-Chemie existiert nicht mehr. Was das Werksgelände betrifft, kommt die Sythengrund Wasag für die Kosten auf. Sie beteiligt sich teilweise an weiteren Kosten. Inwieweit das Unternehmen stärker in die finanzielle Pflicht genommen werden kann, will der Kreis jetzt prüfen. CD
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