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Frisuren, Trends und Mode

Haarige Angelegenheiten

29.09.2011 | 18:37 Uhr
Haarige Angelegenheiten
Foto: Oliver Mengedoht

Herten.Was so ein wenig Überredungskunst nicht alles so ausmacht. Nachdem ihr Chef nicht locker ließ, hat sich Friseurmeisterin Jessica Pohlmann vom „Barbershop“ in westerholt breitschlagen lassen und zeigte nun vor 280 Kollegen der Vestischen Friseur-Innung bei der „Mode-Trends Herbst/Winter“ im Revue-Palast, was sie drauf hat.

Um Interesse zu wecken, hatte der Chef die 31-Jährige, die gerade erst nach Herten umgezogen ist, seinerzeit auf eine Sitzung der Innung geschickt, wo die Vorstellung der Modetrends durch ein Team des Fachbeirats Thema war. Der Funke sprang über: „Sofort war klar: Da mache ich mit“, lachte die sympathische Blonde mit der roten Seitenpartie. „Solange ich nicht reden muss, ist alles super.“

Alles richtig gemacht, denn fürs Reden war bei der Präsentation Moderator Stefan Bohle zuständig. „Immer ist alles im Wandel, auch unsere Arbeit“, fand der Stellvertretende Obermeister und erläuterte sogleich die erste Frisur, die Jessica Pohlmann kreieren musste, denn die vorgestellten Trends sind klare Vorgaben des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. „Was wir Ihnen mitgebracht haben, ist auch im Alltag tragbar, und nicht nur für eine tolle Gala geeignet.“ Bohle hatte nicht zu viel versprochen.

„Man kann trotzdem ein bisschen variieren“, so Pohlmann zu dem vorgegebenen Schnitt. „Die Hochsteckfrisur und die 50er-Jahre-Tolle konnte ich machen, wie ich wollte.“

Freunde, Kollegen und Kunden mussten bei ihr als Models herhalten. Mit dem Ergebnis, das verriet der Gesichtsausdruck, waren alle zufrieden.

Fünf Gesellen und Meister unter Leitung von Fachbeiratsleiter Frank Geuss (Haltern am See) zeigten auf der Bühne nach einer Begrüßung durch Prinzipal Christian Stratmann und die bezaubernden „Jeanny“ aus dem Travestieprogramm sowie Obermeister Peter Klein die Herbstmode, die mit „starken Schnitten, starken Farben und starken Stylings“ beworben wird. Bohle: „Undercut und Overlapping sind die Schlagworte.“

Die aktuellen Frisuren setzten darauf, wandelbar zu sein, immer wieder Neues zu zeigen. Bei Haarlänge, Style und Farbe ist erlaubt, was gefällt.

Samid Gebes aus Gladbeck schuf mit einem Haar-Tattoo ein feines Muster im Kurzhaar seines Kunden, das mit Rasierklinge oder speziellen elektrischen Geräten kreiert werden kann. Und Linda Bäther gab Schminktipps. Die anderen vier Friseure wirbelten mit Kamm, Schere, Spray und Fön kunstvoll umher und begeisterten das Publikum.

Den großen Auftritt schon gewohnt ist Metin Soytay aus Recklinghausen. Der 24-Jährige erhielt als einer der drei Besten seinen Gesellenbrief – ist aber schon Deutscher Juniorenmeister. „Ein cooles Gefühl“, schildert er die Momente auf der Bühne. „Einen Moment vorher bin ich total zittrig, aber dann heißt es plötzlich: The Show must go on.“

Man müsse sich ja abheben von den anderen, „das war schon immer mein Ziel“. Sehr zielstrebig und selbstbewusst verkündet der junge Mann, was er will und was er macht. Nicht arrogant, sondern sympathisch mit einem ansteckenden Lachen. Nächstes Jahr will er seinen Titel verteidigen und dann zur Weltmeisterschaft. „Meine Ziele waren immer schon etwas höher, ich will irgendwann dem normalen Salonalltag entfliehen.“

Oliver Mengedoht

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