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Großer Zirkus mit jungen Artisten

16.09.2012 | 16:02 Uhr
Großer Zirkus mit jungen Artisten
Foto: Björn Jadzinski

Herten.  Die Schüler der Rosa-Parks-Gesamtschule in Herten krönten am Wochenende ihr Zirkusprojekt vor ausverkauftem Haus mit einem funkelnden Feuerwerk.

Wenn die Kinder in der Schule mal wieder großen Zirkus gemacht haben, gibt es im Normalfall einen Klassenbucheintrag oder sogar Post für die Eltern. Doch die Schüler der Rosa-Parks-Schule brauchten sich in der vorigen Woche keine Sorgen zu machen, ganz im Gegenteil, die Lehrer spenden noch Applaus.

Wie die WAZ berichtete, hat die Schule zusammen mit dem Zirkus Sperlich in einer Projektwoche ein eigenes Programm mit den Schülern zusammengestellt und bis zur Perfektion geprobt. Am Freitag und Samstag gab es die große Mutprobe für viele Darsteller. Denn das Zirkuszelt, das seinen Platz hinter der Schule gefunden hat, war nicht mehr nur von Mitschülern besucht, sondern von zahlenden Gästen, die unterhalten werden wollten.

Von Sperlichs bestens vorbereitet

In der ersten Reihe hat mit Landrat Cay Süberkrüb gleich der höchste Repräsentant des Kreises Platz genommen und wagt noch vor Beginn der Show einen großen Vergleich: „Für die Schüler ist dieser Zirkus genau so interessant wie der Chinesische Staatszirkus.“ Da der Landrat den Zirkus der Familie Sperlich kennt, weiß er, dass die Schüler bestens vorbereitet wurden.

Begonnen hat die Zirkusshow mit dem wohl zweitgrößten Wunsch so mancher Schüler nach den Sommerferien – am Montag einfach auszuschlafen und im Land der Träume zu bleiben. Mit einer kunstvollen Darbietung mit viel weißem Tüllstoff und Lichteffekten haben die Schüler den Traum von einem Einhorn nachgestellt und damit von der ersten Minute an ihr Publikum zum Träumen gebracht.

Die fast zwei Stunden lange Show hatte neben dem Unterhaltungswert auch einen besonderen Anspruch, wie an einem Programmpunkt deutlich wurde, in dem Schüler die Erdkugel auf Händen halten. „Die Erde gehört nicht den Menschen, sondern die Menschen gehören zur Erde“ hallt es aus den Lautsprechern und alle Elemente des Lebens, dargestellt von Schülern, nehmen den blauen Erdball, der vom Zeltdach geschwebt kommt, in ihre Hände. Wie facettenreich die Schöpfung sein kann, zeigte sich auch an den Schauspielern und Artisten, denn Kinder und Jugendliche von der 5. bis zur 13. Jahrgangsstufe durften in der Manege zeigen, was sie können.

Wir hatten 74 kleine Projekte

Für die Lehrer war es wichtig, dass es nicht ganze Klassen sind, die an dem Projekt in der Show teilnehmen, sondern sich Schüler in neuen Gruppen mit unterschiedlichen Begabungen zusammenfinden. „Wir haben Listen ausgehängt, in die interessierte Schüler von ihren Klassenlehrern eingetragen werden konnten“, erklärt Projektleiter und Techniklehrer Peter Hestermann, der mehr als stolz ist, was die Schüler der Rosa-Parks-Schule geleistet haben. „Wir hatten 74 kleine Projekte“, beschreibt der Pädagoge und rückt auch Tätigkeiten in den Vordergrund, die nicht im staunenden Blick der Zuschauer lagen. Vom Eintrittskartenverkauf über Einlasskontrolle bis zur nächtlichen Bewachung des Zeltes durch Oberstufenschüler hat die Schule alles selbst in die Hand genommen.

Die Zügel nicht aus der Hand gelassen haben die Schauspiel-Schüler auf ihrer großen Bühne, denn bei den Nummern vor 300 Zuschauern lief alles wie am Schnürchen. Ob bei der großen Zaubershow, bei der ein Schüler aus der 5. Klasse in einer Holzkiste von Schwertern „durchlöchert“ wurde und doch unbeschadet überlebte, bis hin zu einer Show mit schwarzen und weißen Tauben, die gerade bei den Schülerinnen für Funkeln in den Augen sorgte.

Lauter Applaus schallte zum Schluss der Show durch das Zelt, und überstolze Eltern bejubelten ihre Kinder. Das Großelternpaar Marga und Bruno Vonderbank aus Gelsenkirchen ist nicht nur wegen ihrer Enkelin gekommen, die selbst in der Manege stand. Das Paar kennt den Zirkus schon aus der Grundschule:„Es ist nicht nur was für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen ein tolles Erlebnis“, sagt der stolze Opa.

Von Björn Jadzinski

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