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Live aus der „Met“

Große Oper im Kinosessel

13.02.2012 | 14:10 Uhr
Große Oper im Kinosessel
„Götterdämmerung“ auf Amerikanisch: Deborah Voigt als Brünnhilde and Jay Hunter Morris als Siegfried in der live aus New York übertragenen Inszenierung der Metropolitan Opera.

Recklinghausen.  Das „Cineworld“-Publikum sieht und hört lieber Anna Netrebko als wuchtigen Wagner – wie jüngst bei der Live-Übertragung der „Götterdämmerung“ aus New Yorks „Met“.

„Ist das wirklich live?“ Eine Frage, die nur Zuschauer stellten, die zum ersten Mal bei einer Opernübertragung aus der MET in New York im Cineworld dabei waren.

Mit rund 70 Gästen zwischen 17 und 77 war die Premiere der „Götterdämmerung“ im Vergleich zu besonders populären Werken wie „Carmen“ oder „Anna Bolena“ mit der berühmten Anna Netrebko dünn besucht. Wie meistens galt auch beim 4. Teil des „Ring“-Zyklus’: Stars ziehen. Singt die Netrebko, ist der Kinosaal gerammelt voll. Dabei machte Deborah Voigt, nach der „Walküre“ und „Siegfried“ zum dritten Mal als Brünnhilde zu sehen, ihre Sache wieder so gut, dass am Ende der über fünfstündigen Vorstellung das New Yorker Publikum ihr Blumen zuwarf.

Die Zuschauer im Recklinghäuser Kino waren live dabei, so wie zeitgleich in Moskau, Tokio, Berlin und Melbourne die Besucher jener Lichtspielhäuser mit der Lizenz, live aus der Metropolitan Opera übertragen zu dürfen. Dieses Privileg genießen neben Cineworld nur rund hundert Kinos in Deutschland.

Das wird auch stilvoll umgesetzt, mit Garderobe für die Gäste, Wein und Sekt statt Cola und Popcorn, obwohl auch das nicht verpönt ist. Ob elegante ältere Dame mit Perlenkette und Kostüm oder langhaariger männlicher Teenager mit schwarzen T-Shirt und in Jeans, das Kino-Opern-Publikum hat sich gefunden.

Reizvoll ist die Mischung aus großer Musik, bombastischen Bildern, intimer Kameraführung und Künstler-Interviews in den Pausen. „Siegfried“-Darsteller Jay Hunter Morris war für den erkrankten Gary Lehmann eingesprungen. Das Kino-Publikum war live bei der Geburt dieses neuen Opernstars dabei. Ungeschminkt und ohne Kostüm traut man J. H. Morris eher zu, Footballspieler oder Holzfäller zu sein. „Cineworld goes to the MET” ist in jeder Hinsicht großes Kino.

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