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Glauben für Anfänger

01.08.2007 | 21:35 Uhr

Ein Projekt der Evangelischen Jugend Haltern beschäftigt sich mit verschiedenen Glaubensrichtungen und den damit verbundenen Problemen

Haltern am See. Glauben - im Lexikon findet man Beschreibungen wie "die religiöse Überzeugung, dass es einen Gott gibt" oder "das `Sich-Verlassen' des Menschen auf Gott, über den der Mensch nicht verfügt". Doch was sagt uns das genau? Was bedeutet das für uns in unserem Leben?

Nun, "Glauben" ist ein schwer zu verstehendes Wort, das ein noch komplexeres Thema beschreibt. Doch trotzdem wagten sich fünf Mädchen an dieses Thema heran. "Glauben für Anfänger" - so heißt das Projekt der Evangelischen Jugend Haltern.

Dort geht es vor allen Dingen um verschiedene Glaubensrichtungen und die damit verbundenen Probleme. Schwerpunkt ist dabei das Christentum und der Islam. Das ist kein Wunder, wenn man einen Blick auf die Religionen der Mädchen wirft. Vier sind muslimisch, eine ist christlich.

Eins haben sie aber trotzdem gemeinsam, denn sie sind alle romantisch. So liegt es nahe, dass sie sich eine Liebesgeschichte zum Thema "Glauben" ausgedacht haben. Ein muslimisches Mädchen ist in einen christlichen Jungen verliebt; heimlich nimmt sie zu den Treffen ihr Kopftuch ab und handelt sich damit zu Hause jede Menge Ärger ein. . .

Fleißig sind die Mädchen dabei, die Geschichte zu verfilmen. "Achtung, und los geht's!", ruft Kamerafrau Gülistan. Kübra kommt als Aische ins Bild, wirft einen skeptischen Blick in Richtung Wohnungstür, legt schnell ihr Kopftuch ab und versteckt es hinter dem Sofa, das im Hausflur steht. Die Szene ist fast zu Ende gedreht, als ein plötzlicher Lachanfall von Kübra die Aufnahmen hinfällig machen.

Der Truppe fällt auf: Es ist ganz schön schwierig, ernst zu bleiben. Jegliches Wiederholen der Szene scheitert, bis alle Nicht-Aktiven den Raum verlassen. Es dauert. Und endlich klappt es!

Doch der Film ist nur ein Teil des Projektes. Ein Gespräch mit einem christlichen Experten gab es zum Beispiel. Oder einen Tag lang stand speziell das Kopftuch ganz oben auf dem Programm. Wie fühlt man sich, wenn man ein Kopftuch trägt, obwohl man es gar nicht tragen möchte?

Vor allen Dingen für die Christin Sophia war es eine neue Erfahrung, obwohl auch die vier Musliminnen kein Kopftuch tragen (müssen). "Als die Mädchen alleine unter sich waren, fühlten sie sich noch ziemlich sicher, obwohl sie sich doch anders benommen haben", erzählt Projektleiterin Ceylan Tas. "Als dann zufällig ein Fremder in den Raum kam, wurden sie ganz ruhig."

Doch man kann auch andere Erfahrungen mit dem Islam machen. Von dem Besuch einer Moschee in Duisburg sind alle begeistert. Es sei eine Begegnungsstätte für Anhänger verschiedener Religionen - so lautet die einheitliche Meinung der neuen "Glaubens-Experten".

Ein Jugendcafe? mit Internet, Seminarräumen und die Tatsache, dass ein Großteil der Moschee auch von Christen betreten werden darf, festigen ihren Standpunkt. "Muslime sind hier heimisch geworden. Sie fühlen sich hier wohl, denn sie werden hier akzeptiert", erzählt Ceylan Tas.

Während des Projektes haben es die Mädchen geschafft, über den Tellerrand zu blicken. Was machen Christen? Was machen Muslime?

Und jetzt kann auch jede für sich, ganz auf ihre Art und Weise, die Frage beantworten: Was bedeutet Glaube für mich in meinem Leben?"Muslime sind hier heimisch geworden"

Von Birte Weiler redaktion.vest@waz.de 02361/9370 111

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