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Ruhr-Zink-Sanierung

Gesundheit steht vor der Kostenfrage

12.09.2012 | 19:48 Uhr
Gesundheit steht vor der Kostenfrage
Der verseuchte Boden auf dem Ruhr-Zink-Gelände muss entfernt werden, fordern die Politiker.Foto:Rainer Raffalski

Datteln. Das von der Firma Ruhr-Zink favorisierte und vom Kreis Recklinghausen als Untere Bodenschutzbehörde mitgetragene Konzept zur Sanierung des ehemaligen Hüttengeländes in Meckinghoven wird von den politischen Parteien konsequent abgelehnt.

Georg Gunnemann (FDP) brachte es gestern Nachmittag in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt, Bauen und Verkehr auf den Punkt: „Wir dürfen überhaupt keinen Gedanken an den Kosten-Nutzen-Aspekt verschwenden, wenn es um die Gesundheit der Menschen geht.“ Er fordert die komplette Entfernung der Giftstoffe aus dem Boden. Für die Dattelner Stadtpartei (DSP) sagte Manfred Krause, dass man bei der Maximalforderung bleibe: den kompletten Austausch des durch Schwermetalle verseuchten Erdreichs.

Die Ewigkeitskosten

Die CDU, so ihr Sprecher Dr. Jürgen Wutschka, fordere zumindest einen Teilaushub. „Das in situ-Verfahren lehnen wir klipp und klar ab. Es mag zwar dem Bodenschutzrecht Rechnung tragen, bleibt aber nur eine Sicherungsmaßnahme.“ Einen Bodenaustausch forderte auch Klaus-Otto Bösche von den Grünen.

Joachim Lehmann sagte für die SPD: „Bei uns herrscht eine große Unzufriedenheit. Die Stadt darf zwar ihre Meinung abgeben, wird am Verfahren aber nicht beteiligt.“ Er warf gleichzeitig die Frage nach den Ewigkeitskosten auf.

Das Problem hatte zuvor auch Rolf Sonderkamp (CDU) angesprochen: „Ist es verantwortbar, der Nachwelt das zu hinterlassen? Wir sind gebrannte Kinder, was Ewigkeitslasten anbelangt. Uns befällt ein großes Unwohlsein.“

Auch ein anderer Aspekt wurde von allen Parteisprechern in die Waagschale geworfen. Dieses Sanierungskonzept würde den städtebaulichen Handlungsrahmen der Stadt für den Bereich des ehemaligen Ruhr-Zink-Geländes erheblich einschränken.

Zuvor hatten Prof. Harald Burmeier und Prof. Martin Dippel ihren von der Stadt in Auftrag gegebenen Entwurf einer Stellungnahme zum Sanierungsplan erläutert.

Der Sanierungsansatz erfülle die Voraussetzungen zur Gefahrenabwehr, wenn die Schadstoffe immobilisiert und die Oberfläche versiegelt würde. Das Verfahren durch das Einbringen von Laktaten über eine Vielzahl von Brunnen bedürfe einer langfristigen Überwachung, die sich über Jahrzehnte hinziehen könne.

Norbert Schmitz

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