Gemeinsam stark werden
07.06.2010 | 18:41 Uhr 2010-06-07T18:41:00+0200
Haltern am See. Es geht um die Integration behinderter Kinder in der Regelschule der Sekundarstufe I, wenn heute der Schulausschuss tagt. Ausgang offen. Andere Städte haben sich mit dem gemeinsamen Unterricht (GU) schon befasst, sind weiter – wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen.
In Dülmen wagte man 1999 unter dem Dach des Annette-Gymnasiums eine sonderpädagogische Fördergruppe. Die Integration fand vor allem außerhalb des Unterrichts statt: in der Pause, bei Projekt- und Wandertagen. Gemeinsamen Unterricht gab es „phasenweise“ in der Unterstufe.
Dennoch: Zum Schuljahresende ist Schluss. Per Erlass wurde 2003 die integrative Beschulung in einer Regelklasse vorgeschrieben und damit am Annette-Gymnasium das Ende der sonderpädagogischen Fördergruppe eingeläutet. Dazu kam die Verkürzung der Schulzeit . „Es passte nicht mehr“, so Schulleiter Gregor Leydag. „Integration ist möglich, aber es mus stimmen – personell und räumlich.“
Erfolgreiche GU-Klasse
Eine „Erfolgsgeschichte“ nennt Schulleiter Udo Mannefeld den Unterricht in der GU-Klasse der Erich Kästner-Hauptschule in Buldern. In der Klasse 5 sitzen 27 Schüler, davon sechs mit Lernschwächen. Der Unterricht findet im Klassenverband und mit zwei Lehrern statt (außer in den Fächern Kunst, Religion). Anfangs lehnten Eltern der nicht-lernbehinderten Schüler das Projekt ab, doch „schon zum ersten Elternsprechtag hatten sie die Meinung geändert“, so Mannefeld. „Die Eltern fragten nach einem Klassenwechsel.“ Begründung: In der GU-Klasse würden alle Schüler mehr gefördert. Für 2010/11 gibt es eine neue GU-Klasse mit 21 Schülern, davon haben acht einen Förderbedarf.
„Das ist ein gutes Projekt. Die Kinder lernen, sehr tolerant und behutsam miteinander umzugehen“, so das Fazit von Schulleiter Thomas Hirtenhauer von der Maristen-Realschule in Recklinghausen. Dort werden seit zwölf Jahren Schüler mit Körperbehinderungen und Sinnesschädigungen gemeinsam unterrichtet.
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