Gemeinsam gegen die Partei pro NRW
26.03.2010 | 19:54 Uhr 2010-03-26T19:54:00+0100
Herten.Wäre dies irgendein Freitag gewesen, hätten wohl lediglich wetterfeste Wochenmarkt-Besucher den Gang vor die Haustür gewagt. Doch an diesem Morgen standen die Dinge anders, Herten demonstrierte.
Nahe der Blauen Moschee versammelten sich Vertreter der rechtspopulistische Partei pro NRW zu einer Kundgebung unter dem Motto „Abendland in Christenhand“. Während vor allem linksgerichtete Gruppen den Augenkontakt vor Ort suchten und ebenfalls nahe der Moschee gegen die Kundgebung protestierten, trafen sich vor dem Hertener Rathaus zahlreiche Vertreter aus Parteien, Schulen, Kirchen, Gewerkschaften und Vereinen, um gemeinsam für ein gutes Miteinander in Herten zu werben.
„Wir sagen ‘Nein’ zu einer Aktion, die für sich den Anspruch erhebt, die Stimme des Abendlandes und der Christenheit zu sein“, betonte Bernhard Stahl, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Herten, und auch sein katholischer Kollege Dechant Norbert Mertens wehrte sich gegen den Slogan von pro NRW: „Jeder Mensch ist von Gott geschaffen und hat seine Würde. Für Rassismus ist im Glauben kein Platz.“
Kein Platz für Rassismus
Bunt und vielfältig, so wünschen sich die etwa 400 Teilnehmer der Kundgebung vor dem Rathaus ihre Stadt. Bürgermeister Dr. Uli Paetzel ist sich sicher, dass dieses Ziel längst erreicht ist. „Wir haben ein Miteinander, auf das wir stolz sein können“, betonte der Sozialdemokrat und feuerte die Menge an: „Halten Sie heute die Regenschirme hoch gegen rechts.“ Die 16-jährige Sevka streckte lieber ein Plakat gen Himmel, „Herten hat keinen Platz für Rassismus“ stand da geschrieben, eine Herzensangelegenheit der Schülerin. „Ich habe türkische Wurzel, bin aber in Deutschland geboren und aufgewachsen, hier ist meine Heimat. Natürlich fühle ich mich persönlich betroffen, wenn so eine Demo wie heute stattfindet. Meine Familie ist gläubig, aber auch modern. Das geht.“
Auf dem Otto-Wels-Platz ging derweilen noch viel mehr. Der chilenische Schmusebarde Juan Carlos Suau begeisterte die Besucher, ebenso die türkische Pop-Sängerin Aylin Coskun und die eigens zu diesem Anlass gegründete Band des Hertener Jugendparlamentes. Und einhellig sang schließlich die Menge: „Aufstehn, aufeinander zugehn. . .“
Bericht: Mahnwache von pro NRW vor der Moschee begann verspätet
Fotostrecke: Herten gegen Rechts
21:04
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20:14
Wenn man etwas gegen Dummheit und Dämlichkeit machen möchte, dann kann man am 09. Mai nur die demokratischen Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP) wählen!
20:08
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19:28
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