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Klimabericht

Gefahr von Starkregen steigt

27.07.2012 | 23:00 Uhr
Gefahr von Starkregen steigt
Die Stadt der umstrittenen Windräder: Hier ein Modell in Lippramsdorf.Foto: Joachim Kleine-Büning

Haltern am See.   Weiße Weihnachten wird’s kaum noch geben: So prognostiziert es der städtische Bericht zum Klimawandel bis 2070.

Um es vorweg zu sagen: Haltern am See erhält in der Tourismusförderung einen starken Partner. Es ist der Klimawandel. Der beschert der Seestadt in den kommenden Jahren Wetter, wie es sich Naherholungssuchende nur wünschen. Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Kurze heftige Schauer werden an Kraft deutlich zunehmen. Ein drastischer Anstieg der Temperaturen wird erst gegen Ende dieses Jahrhunderts erwartet.

Zu diesen Ergebnissen kommt der Klimawandel- und Anpassungsschutz-Bericht, der den Politikern den Weg in die kommunale klimatische Zukunft weisen soll. Am Mittwoch, 22. August, wird er im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt und darüber diskutiert. Eine der wesentlichen Forderungen ist die Gründung eines kommunalen Klimarates. Doch dazu später.

Die Aussichten bis 2070

Bis zum Jahr 2040 wird es zunehmend kräftiger schütten. Starkregen-Ereignisse werden häufiger vorkommen. Weiße Weihnachten wird es nicht mehr geben. Im Winter wird es kaum noch schneien, dafür aber mehr regnen. Frost-Tage werden seltener. Insgesamt wird es wärmer. Eine deutliche Zunahmen der Sommerhitze und Trockenheit werden zum Ende des Jahrhunderts dramatisch ansteigen und schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

Bis 2070 und auch noch darüber hinaus werden Stark- und Winter-Regen als weniger problematisch betrachtet. Bis auf einen Aspekt: Die Waldbrandgefahr in der Haard wird steigen. Aufs Wohnen wirkt sich der Wandel noch nicht so ex­trem aus. Positive Aspekte ergeben sich für den Tourismus.

Klimaanpassung

In Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern sollten Fenster verdunkelt werden können. Laubbäume sollten gezielt gepflanzt und Dach- und Fassadengrün gefördert werden. Bei der Bepflanzung neuer Flächen sollten trockenresistente Hölzer gewählt werden, weniger Rasen, dafür aber mehr multifunktionale Flächen, die Regenwasser in Mengen aufnehmen können. Experten der Verwaltung sollen feststellen, wo Sturzfluten auftreten könnten, und vorbeugende Maßnahmen treffen. Ein Arbeitskreis Starkregen wäre sinnvoll.

Klimaschutz

Die Gutachter attestieren der Stadt, dass sie auf einem guten Weg ist. Weiter ausgebaut werden sollte die Bürgerbeteiligung an Klimaschutzprojekten, weitere Senkung des Energieverbrauchs, Einsatz von Solarenergie, Ökostrom für alle kommunalen Liegenschaften, Ausbau der Biomasse-Nutzung. Außerdem empfiehlt der Gutachter ein kommunales Förderprogramm für private Altbausanierung, Förderung von Car-Sharing und energetische Auflagen beim Verkauf städtischer Grundstücke und Häuser sowie Pkw-freie Zonen in der Innenstadt und eine lokale Mitfahrzentrale.

Personal und Kosten

Klimaschutz ist machbar, kostet aber Geld. Allein an Sachkosten würden bei optimaler Umsetzung der Vorschläge auf die Stadt rund 2,6 Millionen Euro zukommen. Dazu kämen neun Mitarbeiter. Angesichts der Haushaltslage wird die Stadt dies allein nicht stemmen können. Deswegen sollen Fördermöglichkeiten von Bund und Land ausgelotet werden. Die Stadt hat bereits beim Bundesumweltministerium die Finanzierung eines Klimaschutz-Managers beantragt. Derzeit werden die Personalkosten von bis zu 161 736 Euro über drei Jahre mit bis zu 95 Prozent gefördert. Die Eigenbeteiligung der Stadt liegt bei 8086 Euro.

2Schadstoff-Ausstoß in Haltern

Der C02-Ausstoß lag im Jahr 2008 bei 259 648 Tonnen. 11 461 Tonnen mehr, als noch im Jahr 1990. Den größten Anteil daran haben die Energieträger Strom (34 Prozent) und Erdgas (24 Prozent). Auch wenn mehr Energie gespart wurde, stieg der Verbrauch durch die Einwohnerzuwächse – und insbesondere durch den privaten Autoverkehr.

Neue Gremien.

Um das Konzept zu begleiten, soll ein Klimarat mit Vertretern der Stadt, Stadtwerke und Externen – wie Immobilienbesitzern, Bankern und Architekten – ins Leben gerufen werden. Als sinnvoll erachtet wird auch ein „Arbeitskreis Starkregen“. Der soll ermitteln, wo in der Stadt Sturzfluten bei Starkregen auftreten könnten und Gegenmaßnahmen einleiten.

Von Dieter Decker



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