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Für kalte Wintertage

12.02.2010 | 17:36 Uhr

An der Augustaschule probieren Schüler die neueste Freizeitbeschäftigung aus: Novuss. Das Spiel ähnelt äußerlich einem Billardtisch und hat bereits Stefan Raab überzeugt. Mit Unterstützung des Boule-Vereins wird nun eine AG eingerichtet.

Spannung liegt in der Luft des Aufenthaltsraums an der Augustaschule. Alina (9), Jumana (6), Miléne (7) und die Anderen sind gespannt auf den Start eines neuen Spiels. Drei quadratische Geräte sind bereits aufgebaut. „Es sieht ein wenig aus wie ein Billardtisch”, sind sich die Kleinen einig. An den Ecken sind Löcher, unter denen kleine Beutel in die Platte eingebaut sind. Der Name der neuen Freizeitbeschäftigung: Novuss.

„Ich war auf der Suche nach einem Spiel für den Winter und für schlechtes Wetter”, erklärt Willy-Bernd Bock (50), der bereits den Boule-Sport nach Herten geholt hat. „Im Internet bin ich fündig geworden und habe da auch gleich die Bauanleitung für die Tische gefunden.” In zwei Tagen hatte der gelernte Pflasterer die drei Novuss-Geräte aus Tischlerplatten mit Pappelholzoberfläche und stabilen Standfüßen fertig. Für die Vorstellung der neuen Freizeitbeschäftigung hat er einen Profi mitgebracht: Alexander Grosny, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Novuss Sport Verbandes. Dass ihn das Spiel seit seiner Kindheit nicht mehr los lässt, wird schnell deutlich, als er die erste Runde eröffnet und die Holzplättchen über die Platte schießen. „Ziel ist es, möglichst schnell die eigenen Scheiben mittels einer Schlagscheibe in eine der Taschen zu schießen”, erklärt Grosny. Dass das Spiel an Billard erinnert, kommt nicht von ungefähr. Denn zum Bewegen der Plättchen wird ein Queue benutzt, der allerdings vorne keine Lederspitze besitzt.

Während die Jungen und Mädchen ihre Spielkünste erproben, erzählt Grosny, was Novuss in Deutschland bekannt gemacht hat. „Im Oktober letzten Jahres hat die Produktionsfirma von Stefan Raab bei mir angerufen und einen Spieltisch bestellt. Am 16. Januar war Novuss ein Bestandteil von 'Schlag den Raab'. Und seitdem kann ich mich vor Anfragen nicht mehr retten, wollen alle einen Tisch kaufen oder haben Fragen!”

Bislang beschränkt sich der Novuss-Boom in Herten allerdings auf die Augustaschule. Doch bietet Willy-Bernd Bock mit seinem Boule-Vereinskollegen David Miller ehrenamtlich eine AG an. „Wir wollten eigentlich die Kinder auch die Tische mit Herrn Bock bauen lassen, aber die Kleinen hatten dazu keine Lust - sie möchten lieber spielen”, erinnert sich die pädagogische Leiterin der Awo-Betreuungsgruppe, Susanne van Ellen (48).

Die Kinder an den Platten haben inzwischen die ersten Scheiben in die Beutel geschossen. „Das Spiel finde ich gut”, erklärt Alina. „Aber es ist auch schwierig, denn man muss gut zielen können.” Zum Üben werden die Kleinen in den nächsten Wochen noch oft Gelegenheit haben. Und bei schönem Wetter lassen sich die Tische auch draußen aufbauen. Hier wollen Bock und Miller auch Boule spielen. „Der Zentrale Betriebshof hat uns zugesagt, die Bahn des Weitsprungbereichs von Unkraut zu befreien”, freut sich Bock. „Und vielleicht hat ja eines der kleinen Talente Lust, in unserem Boule-Verein mitzumachen. Andere Clubs haben schon Nachwuchs in ihren Reihen. Nur bei uns in Herten fehlt der noch.”

Joachim Bachmann

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