Frische Luft im Glashaus
24.08.2012 | 17:21 Uhr 2012-08-24T17:21:00+0200
Herten. Gleich zum Auftakt der diesjährigen Kleinkunstreihe „7nach8“ kommt ins Glashaus ein Künstler, auf den sich Bettina Hahn (54) vom städtischen Kulturbüro ganz besonders freut: Fritz Eckenga stellt am Donnerstag, 27. September, „alle Zeitfenster auf Kippe“. In seinem neuen Programm beleuchtet der Ruhrgebietspatriot den Zeitgeist als vorübergehende Erscheinung, spricht über elektrische Geräte, die einem die angeblich große Welt ins Wohnzimmer übertragen: ersatzkartenkleine Handydisplays. Oder: Mäusekino für Weltbürger. Eckengas Credo: Ausschalten! Und für frische Luft sorgen. Etwa mit dem (Zeit)-Fenster auf Kippe ( Karten: VVK 17 €, AK 19 €, erm. 9,50 €).
Eckenga, der in Herten übrigens erstmals gastiert, ist dabei nicht die einzige Kleinkünstler, der sich bei „7nach8“ mit der neuen Medienwelt beschäftigt. Auch bei Kollegen sind sie Thema. Etwa in der Music-Comedy von Michael Krebs, im Vorjahr u. a. mit dem Baden-Württembergischen Kleinkunstpreis ausgezeichnet, sind sie Thema. „Es gibt noch Restkarten!“ nennt sich sein Programm, in dem Zuschauer es am 31. Januar 2013 u. a. mit Netzwerkjunkies, Coachingterroristen und Appleholikern zu tun bekommen werden (VVK 15 €, AK 17 €, erm. 8,50 €).
Krebs, Jahrgang 1974, sei einer der Acts, mit denen die Macher von „7nach8“ hoffen, vermehrt auch jüngere Zuschauer für die diesjährige Kleinkunstreihe zu interessieren, sagt Bettina Hahn. Zudem, so die 54-Jährige, die die Veranstaltungsreihe seit dem kürzlichen Tod von deren Mitbegründer Ossi Petermann federführend betreut, „werden erstmals auch Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Bundesfreiwilligendienstler angeboten“. Auch Schwerbehinderte erhalten eine Ermäßigung.
Und sonst? Hat „7nach8“ wie gewohnt Bisses und Lustiges, Wort- und Klanggewaltiges zu bieten: Auf Eckengas „Opening“ etwa folgt einen Monat später, am 25. Oktober, die Gruppe „Proseccopack“: Cora, Sabine und Josey auf der Suche nach dem Glück. Mit einer Mischung aus Musik und Kabarett präsentiert das neu gegründete Trio eine irrwitzige Geschichte rund um die Traumhochzeit einer alten, hassgeliebten Schulfreundin (VVK 15 €, AK 17 €, erm. 8,50 €).
Musikalisch geht’s weiter: Die Jungs der amerikanischen A.-capella-Band „The House Jacks“ sorgen am Donnerstag, 8. November, für ein einzigartiges Musikerlebnis. Mit satten Grooves, funkigen Gitarrenriffs, exzellentem Gesang und klasse Bühnenshow (VVK 17 €, AK 19 €, erm. 9,50 €).
Dann kommen „Die Bullemännner“. Doch wer deren Darbietung mit dem Titel „Der Messias“ (28. und 29. November) die klassische Weihnachtsgeschichte erwartet, dürfte enttäuscht werden, warnt Hahn, Vielmehr präsentieren „Die Bullemänner“ mit ihrem ganz eigener Humor ihre liebevoll-skurrile Version der Heilsgeschichte (VVK 17 €, AK 19 €, erm. 9,50 €). Derweil zeigt Nessi Tausendschön am 13. Dezember in ihrem Stück „Weihnachts-Frustschutz“, wie leicht das „Fest der Liebe“ zum Stressfaktor werden kann. Betrunkener Schutzenge inklusive (VVK 15 €, AK 17 €,erm. 8,50 €).
Neues gibt es dann 2013 mit der Sonderreihe „Solo spezial“. In diesem Rahmen präsentiert „7nach8“ bis zum Mai fünf Solokabarettisten. Der, den die Zuschauer zum besten wählen, wird erneut eingeladen. Neben Michael Krebs stellen sich dabei Stefan Waghubinger (14. Februar, Comedy: „Langsam werd’ ich ungemütlich“), Anka Zink (14. März, Kabarett: „Sexy ist was anderes“), Anny Hartmann (25. April, Kabarett: „Humor ist, wenn man trotzdem wählt“) und Hans Gerzlich (23. Mai, Wirtschaftskabarett, und Bürocomedy: „Mehr Bretto vom nutto“) der Wahl des Publikums (für dieses gibt es Freikarten zu gewinnen).
0mitdiskutieren